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Full text of "Glandula thyreoidea und Glandula Thymus der Amphibien"

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Natural History 



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Glandula thyreoidea 

und 

Glandula Thymus der Amphibien. 



Inaugural-Dissertation 



zur 



Erlangung der Doctorwürde 

der 

philosophischen Facultät der Greorg-Augusts-Uniyersität 

zu Gröttingen 

vorgelegt von 

Hermann Bolau 

aus Hamburg. 
Mit 11 Textfiguren. 



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Jena, 

Gustav Fischer. 
1899. 



B7 



Tag der mündlichen Prüfung : 12. Juli 1898. 
Referent : Herr Geh. Reg.-Rath Prof. Dr. E. Ehlers. 






Meinen lieben Eltern 



in Dankbarkeit gewidmet. 



Die Glandula Thymus und die Glandula thyreoidea des Menschen 
und der Thiere haben wiederholt die Aufmerksamkeit der Forscher 
auf sich gezogen. Es sind im Laufe der Zeit eine ganze Anzahl von 
Arbeiten erschienen, die theils die fertigen Drüsen, theils die Ent- 
wicklung und die Herkunft derselben behandeln. Ein Theil der Arbeiten 
beschränkt sich auf Bau, Form und Inhalt, ein anderer auf die Unter- 
suchung der Function der Organe. 

Das Material für diese Arbeiten ist fast stets dasselbe; es ist 
das Material, wie es auch sonst zu Untersuchungen in medicinischen 
und zoologischen Instituten viel gebraucht wird und leicht zu be- 
schaffen ist : Mensch, Hund, Katze, Rind, Schaf, Taube, Frosch u. a. m. 

Nur wenige Forscher haben gelegentlich auch andere Objecte in 
den Kreis ihrer Untersuchungen gezogen. 

Wohl hauptsächlich in Folge der Schwierigkeit, ausreichendes 
Material zu beschaffen, ist eine durchgreifende Untersuchung inner- 
halb einer ganzen Thierclasse bislang unterblieben. 

Ich habe es nun im Folgenden versucht, einen anatomischen und 
histologischen Vergleich der Glandula Thymus und der Glandula 
thyreoidea in den verschiedenen Ordnungen der Amphibien durch- 
zuführen. 

Ich habe selbstredend nur einen geringen Theil meines theilweise 
sehr werthvollen Materials selbst sammeln können. Einen Theil er- 
hielt ich aus den Sammlungen des Zoologischen Instituts der Uni- 



— 6 — 

versität Göttingen durch gütige Vermittlung des Herrn Geh. Reg.-Rath 
Prof. Dr. Ehlers ; aus dem Hamburger Naturhistorischen Museum er- 
hielt ich durch Herrn Dr. G. Pfeffer mit Erlaubniss des Herrn Dir. 
Prof. Dr. Kraepelin eine Reihe sehr schön conservirter Stücke; 
Herr Dr. Bohls hatte die Freundlichkeit, mir Material aus seiner 
Reiseausbeute aus Paraguay zur Verfügung zu stellen; einen Theil 
endlich, darunter auch lebende Thiere, erhielt ich durch meinen Vater 
aus dem Zoologischen Garten zu Hamburg. 

Allen diesen Herren erlaube ich mir, an dieser Stelle meinen 
verbindlichsten Dank auszusprechen, dass sie meine Arbeit durch Her- 
gabe des Materials ermöglichten. 

Material. 

Ich gebe ein Verzeichniss des mir zu Gebote stehenden Materials 
nach: 

Catalogue of the Batrachia Salieutia s. Ecaudata in the Collection 
of the British Museum, London 1882, und 

Catalogue of the Batrachia Gradientia s. Caudata and Batrachia 
Apoda in the Collection of the British Museum, London 1882. 

I. Ecaudata. 

a) Phaneroglossa. 

Firmisternia. 
Banidae. 

Borna tigrina Daud., Ceylon. Zool. Garten Hamburg. 

B. catesbiana Shaw. „ „ „ 

B. esculenta L., Umgebung Hamburgs. 

B. temporaria L. „ „ 

B. arvalis Nilss. „ „ 

B. mascareniensis D. B., Madagascar. Naturh. Mus. Hamburg. 

Bappia marmorata Rapp. „ „ „ 

Dendrobatidae. 
Engystomidae. 

Engy stoma ovale Schn., Paraguay. Dr. Bohls. 

Callula pulchra Gray. Naturh. Mus. Hamburg. 

Discophydae. 

Arcifera. 
Cystigmathidae. 
Pseudis paradoxa L., Paraguay. Dr. Bohls. 

„ „ L. Larven, Paraguay. „ „ 



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Zool. Mus. Göttingen. 



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Paludicola fuscomaculata Stdchnr., Paraguay. 
Leptodactylus ocellatus L., Paraguay. 
L. caliginosus Gm., Paraguay. 
Limnodynastes peronii D. B 
Cryptotis brevis Gthr. 

Bufonidae. 
Pseudophryne auslralis Gray. Zool. Mus. Göttingen. 

P. bibroni Gthr. „ 

Bufo calamita Laur., Umgebung Hamburgs. 
B. viridis Laur. 
B. vulgaris Laur. 
B. melanostictus Schn. 
B. marinus L. 

Hylidae. 
Hyla crepitans Wied. 



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55 



11 



und Bozens. 



Naturh. Mus. Hamburg. 
Zool. Garten Hamburg. 



Zool. Garten Hamburg. 



Naturh. Mus. Hamburg. 
H. nasica Cope. Paraguay. Dr. Bohls. 

Pelobatidae. 
Pelöbates fuscus Laur., Jnnien. Mecklenburg. 

„ „ „ Larven. Umgebung Hamburgs. 

Discoglossidae. 
Alytes obstetricans Laur. 

Amphignathostomidae. 

Hemiphractidae. 

b) Aglossa. 
Dactylethridae. 

Xenopus muelleri Ptrs. 

„ Larven 

Pipidae. 
Pipa americana Laur. Zool. Mus. Göttingen. 

IL Caudata. 

Salamandridae. 
Salamandra maculosa Laur., Harz. 
S. atra Laur., Umgebung Bozens. 
Molge cristata Laur., Kl. Hagen bei Göttingen. 
M. alpeslris Laur., Kl. Hagen bei Göttingen. 
M. vulgaris Laur. „ „ und Hainholzhof bei Göttingen. 
M. rusconii Gene., Insel Sardinien. 



Naturh. Mus. Hamburg. 



5) 



J) 



ji 



M. waltlii Michah. 



Zool. Mus. Göttingen. 



- 8 — 

Amblystomatinae. 

Amblystoma tigrinum Green. Zool. Garten Hamburg. 

„ „ Green, var. alba. „ „ „ 

Plethodontinae. 
Desmognathinae. 

Amphiumidae. 

Megalobatrachus maximus Schleg. Zool. Garten Hamburg. 

Proteidae. 
Proteus anguinus Laur. Zool. Mus. Göttinge und 

Zool. Garten Hamburg. 

Sirenidae. 

III. Apoda. 

Coeciliidae. 
Siphonops annulatus Mik., Paraguay. Dr. Bohls. 



Literatur. 



1. Afannassiew, B.j Ueber Bau und Entwicklung der Thymus der 
Säugethiere, in: Arch. mikr. Anat., V. 14, 1887. 

2. Babes, E. C, Researches on the minute structure of the thyroid 
gland, in: Phil. Trans. Roy. Soc. London, 1881. 

3. Beonn, H. G., Classen und Ordnungen des Thierreichs, V. 6, 
Abth. 2, Amphibia. Leipzig u. Heidelberg 1873/78. 

4. Ecker, A., Die Anatomie des Frosches. Braunschweig 1864/82. 

5. Fischer, J. G., Anatomische Abhandlungen über die Perenni- 
branchiaten und Derotremen, 1. Heft, 1864. 

6. Fleischl, Ernst, Ueber den Bau der sogenannten Schilddrüse des 
Frosches, in: SB. Akad. Wiss. Wien, math.-naturw. Cl., V. 57, 
Abth. 1, 1868, p. 75—78. 

7. Hyrtl, Cryptobranchus japonicus. Schediasma anatomicum. 

8. Huschke, E., Ueber die Umbildung des Darmcanals und der Kiemen 
der Froschquappen, in : Isis, Oken, 1826. 

9. — , Ueber die Kiemenbögen und Kiemengefässe beim bebrüteten 
Hühnchen, ibid. 1827. 

10. — , Ueber die Kiemenbögen am Vogelembryo, ibid. 1828. 

11. Kohn, A., Studien über die Schilddrüse, I, in: Arch. mikr. Anat., 
V. 44, 1895. 

12. — , derselben Arbeit Theil II, ibid. V. 48, 1897. 

1 3. Kölliker, A., Entwicklungsgeschichte des Menschen und der höhern 
Thiere, 2. Aufl., Leipzig 1879. 



- 9 — 

14. Langendoref, Beiträge zur Kenntniss der Schilddrüse, in: Arch. 
Anat. Physiol. (Suppl.-Bd. z. Physiol. Abth.), 1889. 

15. Leydig, F., Ueber die Thyreoidea und Thymus einiger Batrachier, 
in: Froriep's Tagsber. 457, Febr. 1852. 

16. — , Anatomisch-histologische Untersuchungen über Fische und 
Reptilien, Berlin 1853. 

17. — , Lehrbuch der Histologie, Hamm 1857. 

18. Maurer, F., Schilddrüse und Thymus der Teleostier, in: Morph. 
Jahrb., V. 11, 1885. 

19. — , Schilddrüse, Thymus und Kiemenreste der Amphibien, ibid. 
V. 13, 1888. 

20. de Meuron, P., Becherches sur le developpement du Thymus et 
de la Glande Thyro'ide, Geneve 1881. 

21. Müller, W., Ueber die Entwicklung der Schilddrüse, in: Jena. Z. 
Med. Naturw., V. 6, 1870/71. 

22. Peremeschko, Ein Beitrag zum Bau der Schilddrüse, in: Z. wiss. 
Zool., V. 17, 1867. 

23. PoincarE, Contribution ä l'histoire du corps thyro'ide, in: J. Anat. 
Physiol., 1877. 

24. Sandström, in : Jahrb. Fortschr. Anat. Physiol., V. 9. (Bericht über 
Sandström's Arbeit). 

25. Schaper, A., Ueber die sog. Epithelkörperchen (Gl. parathyreoidea) 
in der seitlichen Nachbarschaft der Schilddrüse und in der Um- 
gebung der Arteria carotis der Säuger und des Menschen, in : Arch. 
mikr. Anat., V. 46. 

26. v. Siebold, C. Th., und Stannius, H., Handbuch der Zootomie, 
Berlin 1856. 

27. Simon, John, Vergleichende Anatomie der Schilddrüse, in: Isis, 
1848, p. 1008—1009. 

28. Stieda, L., Untersuchungen über die Entwicklung der Gl. Thymus, 
Gl. thyreoidea und Gl. carotica, Leipzig 1881. 

29. Wagner, B., Handwörterbuch der Physiologie, V. 4. 

30. Wiedersheim, B., Lehrbuch der vergl. Anatomie der Wirbelthiere, 
2. Aufl., Jena 1886. 

31. Zeyss, 0., Mikroskopische Untersuchungen über den Bau der 
Schilddrüse. Dissertation, Strassburg 1877. 



Die Autoren unterscheiden im Wesentlichen bei den Amphibien 
zweierlei Arten von Drüsen : erstens solche, die ventral im Bereich 
der zur Zunge verlaufenden Gefässe liegen, Glandulae thyreoideae; 
zweitens Drüsen, die dorsal im Bereich der Kiemengefässe liegen, ober- 
halb des Unterkieferwinkels, Glandulae Thymus. 

Die Drüsen zeigen bei den Ordnungen eine Verschiedenheit in 
der Lage, in Form, Bau und Inhalt. 



- 10 — 

Die Glandula Thymus und die Glandula thyreoidea der Amphibien 
sind schon lange bekannt. In altern Arbeiten finden meist nur eine 
kurze Angabe der Lage und Zahl der Drüsen bei den gewöhnlichsten 
Amphibien Erwähnung. 

Fleischl (6) schildert den Bau der „sogenannten Schilddrüse 
des Frosches": Die äusserste Schicht ist eine Bindegewebsschicht, deren 
Fasern regelmässig und parallel geordnet sind. Von der Bindegewebs- 
schicht gehen nach innen Platten und Leisten und durchsetzen das 
Gewebe des Organs, indem sie es in kleinere Käume theilen. Hierin 
liegen Zellen, die sich nicht berühren; sie liegen wie in einem Ge- 
rüste. Der Zelleib ist fein granulirt. 

Zwischen den Bindegewebszügen und den Zellen liegen nebenbei 
Fettzellen. 

An einem nach aussen gewendeten Hilus treten Gefässe und 
Nerven ein. Letztere verzweigen sich noch im Bindegewebe, die feinern 
Aeste dringen in die Zellenhaufen, wo sich die doppelt contourirten 
Fasern weit verfolgen lassen. 

C. Th. v. Siebold und H. Stannius (26) geben die Lage der 
Drüsen folgendermaassen an: Die Thymusdrüse der Amphibien liegt 
als paariges Organ in unmittelbarer Nähe der Vena jugularis und der 
sie begleitenden Lymphgefässe, in der Nähe des Kopfes oder am Ein- 
gange in die Brusthöhle; erstere Lage findet sich bei den Amphibia 
dipnoa, letztere bei Amphibia monopnoa. Bei Perennibranchiaten und 
Gymnophionen liegt die Drüse unter der Haut an der untern Grenze 
der dorsalen Muskelmasse; bei Siredon und Proteus über und zum 
Theil vor den Kiemen ; bei Menopoma vor dem obern Ende der Kiemen- 
spalte ; bei Coecilia über dem Zungenbeinmuskel und hinter den Unter- 
kiefermuskeln. Jede Thymus besteht aus 3 — 5 in der Längsrichtung 
des Drüsenkörpers an einander gereihten, meist blassen Läppchen. 

Bei Salamandra liegt jederseits ein verhältnissmässig kleiner 
Drüsen körper über dem Ende der verbundenen hintern Zungenbein- 
hörner an der Vena jugularis. Die Gl. thyreoidea liegt ausserhalb 
des Herzbeutels unter der Stelle, wo der Bulbus arteriosus sich in 
zwei Bogen theilt. 

Leydig (15/17) giebt für Vertreter aus den verschiedensten 
Gruppen der Amphibien Lage und Bau der Drüsen an : Die Glandula 
thyreoidea der Anuren ist ein paariger, grosser, grauröthlicher Körper, 
durchschnittlich 4,5 mm gross, und entweder der Zungenvene ange- 
heftet oder der Arterie, oder er steht auch nur durch einen kleinen 
Zweig der Arterie oder Vene mit diesen Gefässen in Zusammenhang. 



— 11 — 

Mikroskopisch erscheint die Thyreoidea als grosse, vollkommen 
geschlossene Blase, die von einem so engmaschigen Capillarnetz um- 
sponnen ist, dass im Zustande starker Anfüllung desselben die Drüse 
tiefroth erscheint. Die Blase ist angefüllt mit einer Körnchenmasse, 
die zum Theil Fett zu sein scheint, und unmittelbar an der Wand 
unterscheidet man eine Zellenlage, die als Epithel die Innenfläche 
überzieht. In der Nähe dieses Organs liegen aber noch ein oder zwei 
weit kleinere, geschlossene Blasen, die sich in ihrer Structur vollkommen 
so verhalten, wie der grosse Körper und diesem nur an Grösse nach- 
stehen. Die Follikel haben dasselbe engmaschige Capillarnetz. 

Auch bei Urodelen beschreibt Leydig die Schilddrüse. Bei 
Triton punctatus (Molge vulgaris Laur.) liegt sie in der Kehlgegend 
an den zur Zunge verlaufenden Gefässen als ein paariges, kleines, 
durchscheinendes Knötchen, das in seinem histologischen Bau voll- 
kommen mit dem der Säugethiere übereinstimmt und aus schönen, 
geschlossenen Blasen, mit wenig Bindegewebe dazwischen, besteht; 
die Blasen sind innerlich ausgekleidet von einem einfachen Epithel, 
und das Lumen der Blasen ist erfüllt von einer klaren Flüssigkeit. 

Beim Landsalamander liegt die Thyreoidea wie bei Triton 
in der Kehlgegend an den Blutgefässen, welche aus dem Truncus 
arteriosus kommen und nach vorn zu den Zungenbeinmuskeln verlaufen. 

Bei Proteus ist die Thyreoidea unpaar, klein und liegt in der 
Mittellinie der Kehle an den Blutgefässen. Sie besteht aus nur wenigen 
— 3 bis 15 — Blasen; die einzelnen Blasen messen 0,140—0,175 mm, 
haben ein schönes deutliches Epithel, und den übrigen Raum der Blasen 
nimmt in vielen Fällen ein Colloidklumpen ein , der wieder mehrere 
helle Flecken, die sich wie Lücken ausnehmen, zur Ansicht gewährt. 

Bei Coecilia fand Leydig die Thyreoidea stecknadelkopfgross und 
hinter dem Zungenbeinhorn an den die Zunge versorgenden Blutge- 
fässen gelegen ; und wie sie schon dem freien Auge ein körniges Aus- 
sehen darbietet, so zeigt sie sich auch mikroskopisch aus geschlossenen 
Blasen bestehend in einem gemeinsamen Bindegewebestratum. 

Die Glandula Thymus der Anuren schildert Leydig (15/17) als 
ein grauröthliches , nicht immer pigmentirtes Körperchen von 3,75 
bis 4,50 mm Grösse, hinter dem Kieferwinkel gelegen. Sie liegt frei 
im Bindegewebe, ist scharf abgegrenzt, von Gestalt rundlich oder läng- 
lich und aus lauter 0,054 — 0,115 mm breiten Schläuchen zusammen- 
gesetzt, die ihr blindes Ende nach aussen kehren, mit dem andern 
Ende aber in einen Centralhohlraum der ganzen Drüse einmünden. 
Diese Schläuche sind von Blutgefässen sehr regelmässig umstrickt, 



- 12 — 

und sie selber, sowie das allgemeine mittlere Lumen sind mit folgenden 
Elementen angefüllt: 

1) mit 0,0045—0,009 mm grossen, hellen, klaren Kernen und 
Zellen, die nach Wasserzusatz scharfe Umrisse annehmen, nach Essig- 
säure auch etwas gelblich werden. 

2) mit Zellen, die durch ihre Grösse sich schon von den vorher- 
gehenden auszeichnen, dann auch dadurch, dass sie ein gewisses ei- 
weissartiges Aussehen haben. Sie sind in weit geringerer Zahl vor- 
handen, als die ersten. 

Auch bei andern Anuren, wie z. B. bei JBufo maculiventris 
(= B. marinus L.) und JBufo variabilis, ist von Leydig eine Thymus 
nachgewiesen. 

Die Thymus (Leydig, 15/17) liegt bei Triton unmittelbar unter 
der Haut, hinter dem Unterkieferwinkel als ein nicht ganz linien- 
grosses, am lebenden Thiere grauröthliches Körperchen. Es ist zu- 
sammengesetzt aus Blasen, die reichlich von Blutgefässen umsponnen 
erscheinen, ohne Pigment sind und so dicht von einem zelligen Inhalt 
erfüllt sind, dass es noch näherer Untersuchung bedarf, ob die Blasen 
nach allen Seiten geschlossen sind, oder ob sie nicht in einen oder 
mehrere gemeinschaftliche, aber dann auch abgeschlossene Central- 
räume des ganzen Drüsenkörpers münden. Was den Inhalt der Blasen 
betrifft, so besteht derselbe nach Leydig aus unzähligen blassen, 
rundlichen oder auch nach einer Seite hin etwas spitzigen Zellen, die 
einen klaren Nucleus einschliessen. Zwischen diesen, die Hauptmasse 
darstellenden, Körperchen kommen andere, wenn auch weit weniger 
zahlreich eingestreute Gebilde vor, welche, weit grösser als die vorher- 
gehenden, um ein helles Centrum Schichten einer klaren Substanz 
haben. 

Beim Salamander liegt die Thymusdrüse als ein im längsten 
Durchmesser 4"' grosses, weiches, lappiges Gebilde unmittelbar unter 
der Haut, am hintern Ende des Kopfes, unmittelbar unter den Paro- 
tidei Es besteht, ebenfalls nach Leydig, aus grossen, von Blutge- 
fässen umsponnenen Blasen, und diese sind angefüllt mit klaren zelligen 
und kernigen Elementen, welche 0,006'" grosse Kerne einschliessen. 
Jeder Kern enthält mehrere Nucleoli, oder der Kern ist einfach oder 
mehrfach eingeschnürt, und auf jedes Kernsegment kommt ein Nucleolus. 
Ein kleiner Lappen der Thymus, nach unten und hinten zu gelegen, 
ist stark schwarz pigmentirt, während die Hauptmasse fast vollständig 
pigmentfrei ist. 



- 13 - 

Bei Siredon pisciformis, Menopoma, Amphiuma und Menöbranchus 
war die Thymus auch schon länger bekannt Fischer, (5); Leydig, 
(15/17). 

Bei Siredon pisciformis liegt sie zwischen dem obern Theile der 
Kiemenbogen und den Muskeln der Wirbelsäule in Form eines weiss.- 
lichen, weichen Organs, das mikroskopisch dieselbe Structur zeigt wie 
die Thymus des Wasser- und Landsalamanders (Leydig). 

Die Thymus des Proteus anguinus ist zuweilen ausserordentlich 
klein. Sie liegt auch hier unmittelbar unter der Haut, hinter dem 
Kopf, seitlich im Nacken, hinter den Kiemen und besteht aus mehreren, 
hinter einander liegenden Abtheilungen, welche in ihrer histologischen 
Structur ebenfalls mit der des Land- und W r assersalamanders über- 
einstimmen. 

Die Drüse der Coecilia annulata erscheint nach Wegnahme der 
äussern Haut im Nacken an derselben Stelle, wo sie bei allen eben 
beschriebenen Urodelen ruhte, hinter und über dem Unterkieferwinkel. 
Sie ist dann noch umhüllt von einer etwas pigmentirten Bindegewebs- 
schicht, welche auch die zunächst gelegenen Muskelgruppen überzieht. 
Die Drüse ist, nach Leydig, braungelblich und besteht aus vier hinter 
einander liegenden Blasen, mit körniger Masse gefüllt, die in der 
Mitte jedes Follikels intensiv gelb gefärbt ist. 

Wenn wir jetzt noch die Glandula thyreoidea und die Gl. Thymus 
der Amphibien mit denjenigen höherer Thiere vergleichen, so finden wir 
Folgendes. Die Schilddrüse der höhern Thiere besteht aus einem Aggregat 
zahlreicher, mit einem wasserhellen, eiweissartigen Inhalt gefüllter, runder 
Blasen, zwischen welche sich Trabekel von der das gesammte Organ 
umgebenden, fibrösen Aussenhülle hineinziehen (Wiedersheim, 30). 
Es entspricht die Schilddrüse der höhern Thiere der colloiden Drüse 
der Amphibien. Die zweite Form der Körnchendrüsen tritt bei den 
höhern Thieren nicht in die Erscheinung. Auch fehlt den höhern 
Thieren das Unbeständige, welches die Schilddrüse der Amphibien 
beeinflusst. 

Eine schärfere Uebereinstimmung finden wir in dem Verhalten 
der Thymus der Amphibien und derjenigen der höhern Thiere. Sie 
ist in beiden Fällen ein weiches, lappiges Organ, bestehend aus einem 
gefässreichen Bindegewebegerüst. In ihm liegen zellige Elemente, zu- 
nächst solche, die als farblose Zellen in Mengen auftreten, und dann 
grössere, geschichtete Körperchen, die einzeln erstem eingelagert sind, 
die sog. Hassal 'sehen Körperchen. 



-> 14 — 

I. Glandulae thyreoideae der Amphibien. 

1. Gang der Untersuchung. 

Die Untersuchung der Drüsen geschah zunächst makroskopisch 
mit dem Skalpell. Es wurde die Lage derselben zur Musculatur, zum 
Nervensystem und zu den Blutgefässen untersucht. Hernach wurden 
die Drüsen theilweise im frischen Zustande mikroskopisch untersucht, 
in den meisten Fällen in situ oder isolirt herausgenommen, gehärtet 
und geschnitten. Zur Härtung benutzte ich neben Alkohol Formalin, 
Sublimat, FLEMMiNG'sche Lösung, Chromessigsäure und Chromkali- 
lösung. Gefärbt wurde, im Stück oder im Schnitt, mit Boraxkarmin, 
EnRLiCH-BiONDi'scher 3-Farblösung, Hämatoxylin-Eisenlack nach M. 
Heidenhain, Hämatoxylin-Chromkali, Hämatoxylin-Eosin u. a. m. 

Die Präparation, zunächst der ventralen Drüse, geschah in fol- 
gender Weise : Das Thier wurde in der Rückenlage fixirt und die Haut 
der Bauchdecke durch einen medianen Schnitt vom Unterkieferwinkel 
bis zum After gespalten, so dass die ventrale Musculatur frei lag. 
Ein weiterer medianer Schnitt wurde tiefer gelegt. Dieser trennt den 
Schultergürtel und die Brust- und Bauchmusculatur aus einander. 
Jetzt ist es möglich, die Vorderextremitäten aus einander zu ziehen 
und seitlich zu fixiren. Die Musculi sternohyoidei wurden von ihrer 
Verbindung mit dem Os coracoideum und Os hyposternum gelöst und 
in ihre normale Lage zurückgelegt. Ein medianer Schnitt vom Mus- 
culus submentalis und dem Unterkieferwinkel theilt den Musculus 
submaxillaris, der seitlich über den Unterkiefer zurückgeschlagen wird. 

Nun liegt in der Mitte der Musculus hyoglossus, lateral beider- 
seits neben ihm die Musculi geniohyoidei, unter denen, von der untern 
Fläche des Os hyoideum und dem vordem Rande der Cornua thyreoidea 
kommend, die Musculi sternohyoidei hervortreten und in der Richtung 
der Musculi geniohyoidei nach hinten verlaufen. Lateral treten die 
Musculi omohyoidei mit ihrer Insertion an der ventralen Fläche des 
Os hyoideum hervor, um lateral und rückwärts an den vordem Rand 
der Scapula zu verlaufen. 

Dieses Bild wiederholt sich bei sämmtlichen untersuchten Amphibien 
mit geringen Abweichungen; manchmal rückt das Zungenbein weiter 
nach hinten, und damit auch die Insertionen der Zungenbeinmuskeln. 

Von Arterien ist die Arteria lingualis zu erwähnen, die, von der 
Carotis entspringend, nach vorn und etwas gegen die Mediane verläuft, 
die Musculi geniohyoidei versorgt und auf der untern Fläche des Os 
hyoideum unter dem lateralen Rande des Musculus hyoglossus nach 
vorn geht. 



— 15 - 

An Venen findet man in dieser Region die Vena jugularis externa, 
die aus der Vereinigung der Vena lingualis und Vena maxillaris ent- 
steht und nach hinten in die Vena cava superior eintritt. 

Schlägt man nun den Musculus sternohyoideus zur Seite, so findet 
man im Winkel dieses Muskels mit dem Musculus omohyoideus die 
Glandula thyreoidea. Ihre Lage zum Scheitelpunkt des Winkels variirt 
etwas und soll unten im Speciellen näher bezeichnet werden. 

Die Drüse wird von der Arteria lingualis selbst oder von Neben- 
ästen dieses Gefässes versorgt. Ebenso tritt die Vena jugularis externa 
in Beziehung zur Drüse und scheint häufig völlig mit der Drüse zu 
verwachsen. 

Mikroskopisch zeigen die ventralen Drüsen manchmal das Bild, 
welches Leydig entworfen hat : 

„Der Inhalt der Blasen besteht beim Frosch aus einer feinkörnigen 
Masse, die zum Theil Fett zu sein scheint; die Blasen der Glandula 
thyreoidea führen aber nie Colloid oder eine klare Flüssigkeit" ; oder 
wie Leydig es für Proteus angab : „Die einzelnen Blasen haben ein 
schönes deutliches Epithel, und den übrigen Theil der Blase nimmt in 
vielen Fällen ein Colloidklumpen ein, der wieder mehrere helle Flecken, 
die sich wie Lücken ausnehmen, zur Ansicht gewährt." 

Meine Untersuchungen haben nun ergeben, dass bei den Amphibien 
folgende vier Formen nach dem Drüseninhalt auftreten. 

1) Die Form, welche Leydig für den Frosch angegeben hat. 

2) Die Drüse erscheint, wie Leydig es für Proteus angab. Die 
Glandula thyreoidea besteht aus einer grössern oder geringern Anzahl 
von Blasen. Dieselben werden von einem einschichtigen Epithel um- 
grenzt, zwischen den Blasen tritt mehr oder weniger Bindegewebe mit 
Blutgefässen auf. Der Inhalt der Blasen besteht aus Colloid. 

3) Eine Mittelform. Man hat in einer Drüse sowohl Blasen mit 
Colloid auftreten sehen, wie auch Partien, die mit einer Körnchenmasse 
erfüllt sind. 

4) Eine Mittelform, indem bei ein und demselben Thiere mehrere 
Drüsen vorhanden sind, von denen — in der Regel nur eine einzige 
— die einen nach dem obigen zweiten Typus, die andern nach dem 
ersten Typus gebaut sind. 

Bevor ich nun zur speciellen Beschreibung der Drüsen bei den 
einzelnen Vertretern der Amphibien übergehe, will ich noch kurz einige 
Bemerkungen über den Drüseninhalt, das Colloid einer-, die Körnchen- 
masse andrerseits einschieben. 

Das Colloid. Zeyss beschreibt (31) die Colloidmassen von Mensch, 



- 16 - 

Kaninchen, Hund, Katze, Ratte, Schaf und Kalb : Den kleinsten Follikeln 
fehlt ein Lumen. Später scheidet sich eine klare Flüssigkeit ab mit 
wenig scharf contourirten, körnig zerfallenden Zellen, Protoplasma- 
resten, Kernen, Fettkörperchen, Cholesterin, Oxalsäuren Kalkkry stallen. 
Schon in den kleinern Follikeln treten colloide Massen auf. Bei 
Präparation aus Solutio Mülleri erscheinen sie als homogene, selten 
leicht getrübte, runde oder bohnen- und eiförmige Klumpen von eigen- 
thümlich bläulich oder gelblich schimmerndem Glänze und oft mit 
concentrischer Schichtung. Anfangs liegen diese colloiden Klümpchen 
in der Flüssigkeit suspendirt, später lagern sich mehr Schichten der 
Peripherie an, bis sie das ganze Lumen ausfüllen. 

Peremeschko (22) hat nur Säugethiere und Vögel untersucht, 
meint aber für diese Thiere, dass die Grösse und der Inhalt mit dem 
Alter variire. Bei jungen Thieren ist der Inhalt eine feinkörnige 
Masse mit einfachen Kernen oder Zellen mit Kernen ; bei etwas altern 
Thieren ist schon durchsichtiges Colloid vorhanden, die Drüsenfollikel 
alter Thiere sind selten ohne Colloid. 

Müller (21) sagt: Die Follikel haben eine centrale, scharf be- 
grenzte Höhle, die farblose Flüssigkeit oder blassgelbe Gallerte führt. 

Nach Baber (2) ist das Aufnahmevermögen des Colloids nach 
dem physiologischen Zustande und der Dichte verschieden. Beim 
Frosch liegen in der homogenen Masse der Thyreoidea braune Pigment- 
massen, wahrscheinlich ein Product eines Entweichens rother Blut- 
körperchen in die Follikel; letzteres ist aber nicht sicher nachgewiesen. 
Leydig (15/17, siehe auch oben S. 9 ff.) nennt den Follikelinhalt der 
Urodelen „klare Flüssigkeit", bei Proteus spricht er von einem „Col- 
loidklumpen, der wieder mehrere helle Flecken, die sich wie Lücken 
ausnehmen, zur Ansicht gewährt". 

Ich konnte eine Glandula thyreoidea von Megalöbatrachus ma- 
ximus Schleg. untersuchen. Die Drüse, deren anatomische Lage ich 
unten behandeln werde, bot in Folge ihrer Grösse — 6 cm Länge 
bei 1,5 cm Breite — ein vortreffliches Object für die Beobachtung 
der frischen Drüse. Schnitt man nämlich die Drüse durch, so traf 
man auf dem Schnitt in einer ziemlich festen Grundsubstanz auf viele 
an Grösse sehr wechselnde Hohlräume. Die grössten hatten ungefähr 
die Grösse eines Hirsekorns. Die Hohlräume waren prall gefüllt 
mit einer glänzenden dunkelbraunen und compacten Masse, dem 
Colloid. Durch Druck konnte man leicht die Colloidklumpen aus ihrer 
Umgebung loslösen. Sie stellen dann rundliche, ziemlich feste, an der 
Oberfläche glatte Massen dar; von einer Lückenbildung am Rande, 



— 17 — 

von der Leydig bei der Glandula thyreoidea von Proteus spricht und 
die auch bei meinen Schnittpräparaten des Megalobatrachus maximus 
Schleg. zur Erscheinung kommt, war makroskopisch auch mit der 
Lupe nichts zu bemerken. Colloid ist in Wasser oder physiologischer 
Salzlösung homogen und durchscheinend. 

In Alkohol ändert es sein Aussehen nicht, es schrumpft aber. 

Essigsäure bewirkt eine Quellung des Colloids ; in frischen Drüsen- 
partikelchen eines Feuersalamanders dehnten sich die Colloidklumpen 
unter dem Einfluss stärkerer Essigsäure während der Beobachtung 
durch das Mikroskop um die Hälfte ihres Volumens aus. Nachheriges 
Auswaschen mit physiologischer Salzlösung brachte die Klümpchen 
auf die ursprüngliche Grösse zurück. Essigsäure bewirkt eine leichte 
Gelbfärbung. 

Salpetersäure färbt das Colloid braun und lässt es schrumpfen. 
Längere Einwirkung der Säure zerstört das Colloid. 

Kalilauge bewirkt eine Quellung, verdünnte Lauge zerstört das 
Colloid vor dem Bindegewebe. 

Iod färbt das Colloid gelb bis tiefbraun. 

Chrom- und Osmiumsäure erweisen sich als beste Conservirungs- 
mittel (Langendorff, 14), da sie das Colloid nicht quellen lassen. 

Farbstoffe werden vom Colloid in mannigfacher Form leicht und 
reichlicher aufgenommen als vom umgebenden Gewebe. Auf den 
Präparaten kann man in vielen Fällen mit blossem Auge die Colloid- 
klumpen als intensiv gefärbte Punkte wahrnehmen. 

Das Colloid ist meiner Ansicht nach ein eiweissartiger Körper, 
der im frischen Zustande die Drüsenfollikel vollständig ausfüllt, bei 
der Fixation und der damit verbundenen Wasserentziehung aber sich 
so verhält, wie jede derartige Masse es that, er zerklüftet, nimmt eine 
schalige Structur an , wird an der Oberfläche uneben und bekommt 
hier das Aussehen, als sei es angefressen. Langendorff (14) hat 
darauf hingewiesen , dass bei geeigneter Conservirung diese Begleit- 
erscheinungen der Fixation fortfallen. Ich habe, ihm folgend, den 
Kopf eines kleinen Triton in 2-proc. Osmiumsäure fixirt, und die 
Schnitte zeigten dann die Bestätigung der Angabe Langendorff's, 
die Colloidmassen füllten die Follikel vollkommen aus; Bindegewebe 
und Gefässe treten im Innern der Colloidblasen nicht auf. 

Meine Schnittpräparate von Xenopus muelleri Ptrs. zeigen ein 
anderes Bild des Colloids. Die Epithelien liegen hier im Innern der Col- 
loidklumpen. Diese scheinen in Folge von Wasseraufnahme gequollen zu 
sein, und darauf ist die Zerstörung der Follikel wandung zurückzuführen. 

2 



— 18 — 

Die Körnchenmasse. Die Drüsen, welche eine Körnchenmasse 
als Inhalt führen, sind von einem maschigen Bindegewebe durchzogen, 
dem die Körnchen und in manchen Fällen Capillaren eingelagert sind. 

Fleischl (6, s. oben S. 8) erwähnt die Körnchen oder, wie er sie 
nennt, Zellen und sagt, der Zelleib ist fein granulirt. 

Leydig (16/17, s. oben S. 9 ff.) bemerkt von der Körnchenmasse, 
sie scheine zum Theil Fett zu sein. 

Wiedersheim (30): Der Bau der Schilddrüse des erwachsenen 
Frosches ist wie die Thymus von einer bindegewebigen Kapsel um- 
geben, von der Zweige ins Innere dringen. Diese bilden ein feines 
Netzwerk, in dessen Maschen lymphoide Zellen eingelagert sind. — Es 
ist also die Schilddrüse keine acinöse Drüse mehr, sondern in die 
Reihe der lymphatischen Körperchen gerückt. 

In der neuen Auflage seines Lehrbuchs spricht Wiedersheim nur 
von einer acinös gebauten Schilddrüse der Batrachier. 

In meinen mikroskopischen Präparaten erscheinen die Körnchen 
in den einzelnen Drüsen ziemlich gleich, es sind runde, manchmal 
etwas ausgezogene Gebilde, ihr Durchmesser schwankt zwischen 0,0023 
und 0,0066 mm. Sie nehmen begierig Farbstoffe auf. Im Innern weisen 
sie stets mehrere Nucleolen auf. 

Neben diesen Präparaten beobachtete ich auch lebendes Material 
von Rana temporaria L. und Bufo vulgaris Laur. Ich entnahm dem 
betäubten Thiere die isolierten Drüsen und zerzupfte sie in physio- 
logischer Salzlösung. Bei scharfer Vergrösserung (Winkel, Oc. 1, 
Obj. 8) hatte man folgende Materien im Bilde. Zunächst, als unver- 
meidliche Beigabe, zerrissene Gewebs- und Muskelfasern, sowie rothe 
Blutkörperchen. Dann fehlen nie winzig kleine, glänzende Kügelchen, 
die in fortwährender oscillirender Bewegung sich befinden. Es sind 
wahrscheinlich Fettkügelchen. 

Als Hauptbestandtheil erhält man aber eine Unmasse der Körn- 
chen des Drüseninhalts. Sie haben eine so grosse Aehnlichkeit mit 
den weissen Blutkörperchen, dass man wohl annehmen darf, dass sie 
selbst weisse Blutkörperchen sind. Im Leben zeigt sich auf einem 
Gesichtsfelde (Winkel, Oc. 1, Obj. 8) fast die ganze Formenmenge 
der amöboiden Leukocyten 1 ). Vergleicht man ein Präparat, welches 



1) Ich möchte hier noch darauf hinweisen, dass man aus der Gl. 
thyreoidea lebender Frösche oder Kröten Präparate leicht auf oben an- 
gegebene Weise für Demonstrationszwecke und zum Studium amöboider 
Bewegung herstellen kann, die mehr bieten als die üblichen Präparate 
aus dem Blute oder der Lymphe. 



- 19 — 

aus der Lymphe eines Lymphsackes desselben Thieres, hergestellt ist, 
mit dem Drüsenpräparat, so kann man sich sehr bald von der Ueber- 
einstimmung der entsprechenden Elemente überzeugen. Die „Körnchen" 
in den Schnittpräparaten sind nun freilich auf den ersten Anblick im 
Aussehen von den lebenden abweichend. Sie sind rundlich, haben 
eine glatte Oberfläche und ein körniges Aussehen. Die lebenden 
Zellen sind zunächst immer etwas grösser, als die conservirten. Ihr 
Aussehen ist hyalin, das Innere zeigt eine schwach körnige Structur. 
Ihre Oberfläche ist in vielen Fällen glatt. Beobachtet man aber eine 
derartige Zelle längere Zeit, so wird man in den meisten Fällen eine 
Bewegung wahrnehmen. Pseudopodien werden ausgesandt, der ganze 
Körper verändert seine Form und bewegt sich gleitend fort. Trifft 
man eine günstige Stelle , so kann man die verschiedensten Formen 
neben einander betrachten und ihre gegenseitige Ortsveränderung 
verfolgen. 

Um nun den Vergleich der lebenden mit den conservirten Leuco- 
cyten der Drüsen zu vollenden, ist es nöthig, die lebenden Präparate 
unter dem Mikroskop zu färben und zu conserviren, also dieselben 
Einwirkungen auszuüben, die die Schnittpräparate erfahren haben. 
Zu diesem Zwecke färbte ich unter dem Deckglas mit Boraxkarmin, 
welcher Farbstoff begierig aufgenommen wurde. Darauf behandelte 
ich die Präparate mit Alkohol steigender Concentration. Die Zellen 
wurden rundlich, ihre Oberfläche glatt. Mit dem Ocular-Mikrometer 
konnte ich deutlich die Protoplasmaschrumpfung in Folge Wasserent- 
ziehung verfolgen. Ueberführen in Xylol und Canadabalsam ergab 
dann die fertigen Präparate. Nun haben die Kerne der Leucocyten 
durchaus dasselbe Aussehen wie diejenigen der Schnittpräparate an- 
genommen. Der einzige Unterschied beruht darin, dass die Kerne 
der Schnitte mir um ein Minimales kleiner erscheinen als die andern. 
Aber ich glaube nicht, dass hierin ein grosser Unterschied gefunden 
werden kann, denn erstens differirt die Grösse der Kerne individuell 
etwas, und dann sind die Präparate, die die Schnitte lieferten, wohl 
sorgfältiger und gründlicher entwässert worden und also auch mehr 
geschrumpft, als die unter dem Mikroskop in kurzer Zeit hergestellten. 
Die Kerne Hessen in beiden Fällen Nucleolen erkennen. 

Aus dem ganzen Verhalten der „Körnchen" glaube ich schliessen 
zu dürfen, dass in der Glandula thyreoidea derjenigen Amphibien, 
deren Drüsenfollikel nicht mit Colloid, sondern mit einer Körnchen- 
masse gefüllt sind, dieselben weisse Blutkörperchen sind. 

2* 



- 20 - 

2. S p e c i e 1 1 e s. 

1. Ecaudata. 

a) Phaneroglossa. 

Hana tigrina Daud., Ceylon. Zoologischer Garten Hamburg. 
Länge des Thieres 11 cm 1 ); Geschlecht $. 

Die Präparation geschah, wie oben angegeben. 

Die Glandula thyreoidea wurde beiderseits leicht gefunden als 
rundlich ovaler Körper von grauröthlicher Farbe. Ihr Hauptdurch- 
messer betrug reichlich 1,75 mm. Die Drüsen lagen im Winkel zwischen 
Musculus omohyoideus und Musculus sternohyoideus , fast ganz vom 
lateralen Rande des letztern bedeckt. Sie waren der Vena jugularis 
externa median angeheftet. 

Bei schwacher Vergrösserung (Winkel, Oc. 1, Obj. 2) erscheint 
die Drüse im Durchschnitt unregelmässig dreieckig, die eine Dreieck- 
seite ist dem Durchschnitt des Musculus sternohyoideus angelagert. An 
verschiedenen Stellen fallen isolierte oder geballte Massen von schwarzem 
Pigment ins Auge. Der Inhalt der Drüse ist eine Körnchenmasse. 
Unregelmässig im Verlauf durchziehen Partien, die frei von der 
Körnchenmasse sind, die ganze Drüse. Sie zerlegen dieselbe unvoll- 
kommen in einzelne Inseln. In der Peripherie und einzeln im Innern 
der Drüse sieht man Durchschnitte von Gefässen. Bei stärkerer Ver- 
grösserung (Winkel, Oc. 1, Obj. 7 u. 8) erscheinen die 0,0034 bis 
0,0046 mm im Durchmesser haltenden Körnchen klarer, Bindegewebs- 
stränge gehen durch die Masse hindurch und bilden Maschen, in denen 
eins oder einige wenige der runden oder birnförmigen Körnchen liegen, 
die ich auch hier wieder als Leucocyten ansprechen möchte, da sie 
ganz die Erscheinung haben, wie die oben beschriebenen Leucocyten 
von Bana temporaria L. Der Kern erscheint stets mit mehreren 
Nucleolen. 

Hana catesbiana Shaw, Zoologischer Garten Hamburg. Länge 
des Thieres 15 cm. 

Bei der Präparation des Ochsenfrosches erhielt ich 4 Drüsen 
beiderseits ventral zur Anschauung: eine auffallend grosse, mit un- 
gefähr 4,000 mm Durchmesser, lag der Jugularvene lateral angeheftet. 
Sie war von rundlicher Form, ihre Oberfläche glatt, die Färbung blass 



1) Die Längenmaasse sind gewonnen von der Schnauzenspitze bis 
zum After; bei Urodelen bezeichnet die zweite Zahl die Totallänge. 



- 21 — 

röthlich. Lateralwärts zu dieser Drüse erschienen dicht bei einander 
eine sehr kleine unscheinbare und 2 Drüsen von runder Form und 
ungefähr Stecknadelkopfgrösse. Auch diese Drüsen lagern im Bereich 
der Vena jugularis externa. Zur Musculatur zeigte die Lage der ver- 
schiedenen Drüsen keine Veränderung, ich fand sie an der gewöhn- 
lichen Stelle. 

Mikroskopisch verarbeitet erwies sich die Zahl der Drüsen noch 
um eine vermehrt. Ihrem Bau nach zerfallen sie in zwei Gruppen, 
indem 4 Drüsen vorhanden sind, die nach dem Schema der Drüsen 
der vorigen Art gebaut sind, während die fünfte ein ganz anderes 
Verhalten zeigt, das nämlich, welches ich oben als zweite Form (S. 15) 
für das Bild der Glandula thyreoidea der Amphibien geschildert habe. 
Es ist dies also ein Fall, wo die Form 4 (S. 15) auftritt, dass ein 
Thier also Drüsen besitzt mit Körncheninhalt und daneben Drüsen, 
die aus Colloid führenden Blasen zusammengesetzt sind. 

Betrachten wir zunächst die erste Gruppe. Die bezüglichen 
Durchschnitte treten nicht gleichzeitig neben einander auf den Schnitt- 
präparaten auf, sondern nach einander. 

Die grösste der Körnchenmasse führenden Drüsen ist langgestreckt, 
ihre Hauptdurchmesser sind 4,500 mm und 1,758 mm. Ein starkes 
Gefäss liegt neben der Drüse und sendet an sie einen Ast ab. Wo 
dieser in das Organ eintritt, erscheinen zahlreiche Durchschnitte 
kleinerer Gefässe; das eintretende Gefäss giebt also eine Anzahl 
kleinerer Blutbahnen in seinem Verlauf in der Drüse ab. Die 
Körnchenmasse ist wiederum durch Bindegewebszüge zerklüftet; un- 
regelmässig vertheilt zeigen sich in ihr Partien von braunem Pigment. 
Die Drüse liegt zwischen Muskeln im Bindegewebe eingebettet. Neben 
ihr im gleichen Bindegewebe liegen zwei kleinere Thyreoideen von 
demselben Bau. Sie sind von rundlicher Form, die Durchmesser be- 
tragen 0,579 mm. 

Die vierte Drüse mit Körncheninhalt liegt von den drei vorigen 
durch einen Muskel getrennt. Sie ist unregelmässig fünfeckig, ihre 
Dimensionen sind 3,168 mm und 0,700 mm. Ein starkes Gefäss tritt 
durch sie hindurch. Die Körnchen sind, wie auch bei der grössten 
Drüse, nicht gleichmässig über das ganze Organ vertheilt. Bei der 
grossen Drüse nimmt die Dichtigkeit der Körnchen gegen das ein- 
tretende Gefäss gleichmässig und allmählich ab, bei der kleinern Drüse 
scheint die ganze Inhaltsmasse gegen die Peripherie compacter zu 
zu sein. Wie dies Verhalten der Leucocyten zu erklären ist, ist zu- 
nächst noch unklar. 



— 22 - 

Die Körnchen betragen 0,0035 — 0,0046 mm im Durchmesser. 
Zwischen sie hindurch lässt sich wiederum ein Maschenwerk verfolgen. 

Die letzte Drüse weist, wie schon erwähnt, ein ganz abweichendes 
Verhalten auf. Ihr Durchmesser beträgt 1,400 mm; ihre Form ist 
unregelmässig. Sie ist zusammengesetzt aus ungefähr 35 Blasen. Die 
Wandung dieser Blasen besteht aus einem schönen, einschichtigen 
Epithel. Die Kerne der Epithelzellen sind gross und fast immer mit 
mehreren Nucleolen versehen. Die einzelnen Zellen sind deutlich er- 
kennbar und messen ungefähr 0,0120 mm im Durchmesser. Die Epithel- 
zellen stossen mit den entsprechenden Epithelzellen benachbarter 
Blasen im Allgemeinen eng zusammen. Nur an den Stellen, an denen 
mehrere Blasen an einander grenzen, weichen die Epithelien etwas 
aus einander, und hier findet man ausser Bindegewebe häufig rothe 
Blutkörperchen, die auf das Vorhandensein von Gefässen hinweisen. 
Solche Gefässe sind nicht immer deutlich zu constatiren. 

Der Inhalt der Blasen ist Colloid. Dasselbe tritt hier in der 
typischen Form mit den Schrumpfungserscheinungen auf, es ist am 
Rande wie angefressen und theilweise schalig zerklüftet. 

Die Form der Blasen ist sehr wechselnd und unregelmässig. 
Ebenso wechselt die Grösse der einzelnen Blasen sehr stark, was zum 
grossen Theil aber auch auf den Umstand zurückgeführt werden muss, 
dass auf einem Mikrotomschnitt die verschiedenen Blasen in relativ 
verschiedenem Abstand von ihrem grössten Durchmesser getroffen 
sind. Die grössten bei Rana catesblana beobachteten Blasen massen 
0,197 mm und 0,294 mm. 

Hana esculenta L., Umgebung Hamburgs. Länge des Thieres 
6 cm. 

Die Glandula thyreoidea wurde beiderseits nachgewiesen am hintern 
Ende des kleinen hintern Horns des Os hyoideum. Die Lage zu den 
Muskeln ist die gewöhnliche, nur sieht der laterale Rand der Drüse 
etwas unter dem Musculus sternohyoideus und dem Musculus omo- 
hyoideus hervor. Lateral führt die Vena jugularis externa hart an 
der Drüse vorbei. Im frischen Zustand ist die Farbe des Organs 
röthlich braun, später verblasst sie. Die Gestalt der Drüse, von der 
ventralen Seite gesehen, ist oval, von der Medianen aus dreieckig, 
die dorsale Ecke springt auf- und medianwärts etwas vor. Die Haupt- 
durchmesser der Drüse sind 0,674 mm und 1,050 mm. Die Oberfläche ist 
glatt. Kleinere Drüsen neben der grossen wurden nicht beobachtet. 

Bei Vergrösserung (Winkel, Oc. 1, Obj. 2) erscheint der Mikro- 



- 23 - 

tomschnitt durch die Drüse oval. Die Körnchenmasse, die auch hier 
den Inhalt der Drüse ausmacht, erscheint lockerer als bei Rana tigrina; 
es sind also nicht so viele Leucocyten in der Drüse dieses Stückes 
wie bei dem untersuchten Individuum von Rana tigrina im Augen- 
blick der Fixation vorhanden gewesen. 

Zwischen den Körnchen ziehen ebenfalls Bindegewebsstränge. 
Dieselben zerlegen die Drüse in Maschen, in denen einzelne Körnchen 
oder nur ein isolirtes liegen. Die Körnchen zeigen bei scharfer Ver- 
grösserung wiederum mehrere Kerne. Ihre Form ist rund bis spindel- 
förmig, die Grösse 0,0046 — 0,006 mm. Die Drüse wird, wie der 
Schnitt zeigt, von einer Anzahl kleinerer Gefässe durchzogen. 

Mana temporaria L., Umgebung Hamburgs. Länge des 
Thieres 6 cm. 

Die Glandulae thyreoideae lagen an derselben Stelle wie bei 
Rana esculenta. Auf Rana temporaria bezieht sich auch die Dar- 
stellung der Präparation , die auf S. 14 gegeben wurde. Sie waren 
der Vena jugularis externa median angeheftet. Die Form der Drüsen 
war länglich oval, ihr grösster Durchmesser ungefähr 2,5 mm. Die 
Oberfläche des im frischen Zustande weichen , fleischfarbenen Organs 
war glatt; auch hier gelangten kleinere Drüsen makroskopisch nicht 
zur Anschauung. 

Der mikrotomische Schnitt zeigt eine rundlich ovale Form, seine 
Durchmesser sind 0,602 mm und 0,135 mm. Durch die Drüse hindurch 
führt eine Anzahl kleinerer Gefässe; in der Umgebung sieht man bei 
verschiedenen Schnitten noch den Durchschnitt einer kleinern, nur 
etwa ein Sechstel der grossen betragenden Drüse von demselben Bau 
wie jene. Beide liegen in einem gemeinsamen Bindegewebszuge, der 
sich einem Muskeldurchschnitt anlegt. Das Bindegewebe führt neben 
den beiden Drüsen noch 2—3 Durchschnitte grösserer Gefässe, die 
dem Schnitt der kleinern Drüse an Grösse etwa gleichkommen. Es 
sind dies die Vena jugularis externa und deren Verästelungen, die 
man theilweise zur Drüse hin und in dieselbe hinein verfolgen kann. 

Bei schärferer Vergrösserung erkennt man in den Blutgefässen 
vollständige und in Folge der Conservirung theilweise zerstörte rothe 
Blutkörperchen. 

Die Leucocyten des Drüseninhalts sind unregelmässig geformt, 
rund bis oval, 0,0046—0,0066 mm an Durchmesser haltend. Sie zeigen 
im Innern mehrere Kerne. Ein feinmaschiges Bindegewebe zerlegt die 
Drüse in Inselchen, die einzelne oder einige wenige Körnchen führen. 



- 24 - 

Mana arvalis Nilss., Umgebung Hamburgs. Länge des Thieres 
5,5 cm; Geschlecht $. 

Beiderseits an gewohnter Stelle im Winkel zwischen Musculus 
sternohyoideus und Musculus omohyoideus findet sich die Glandula 
thyreoidea als 0,75 mm grosses, länglich ovales Körperchen. Umgeben 
ist es von dunkel pigmentirtem Bindegewebe, und median ist es der 
Vena jugularis externa angelagert. 

Das mikroskopische Bild giebt uns das Organ im Schnitt. Es ist 
unregelmässig dreieckig und lagert mit der grössten Dreiecksseite gegen 
den Musculus sternohyoideus. Der Durchschnitt dieses Muskels bildet 
mit dem des Musculus omohyoideus einen flachen Winkel, in dem die 
Drüse liegt. An der Ventralseite des Musculus omohyoideus sieht 
man parallel dazu den Schnitt durch das hintere kleine Zungenbeinhorn. 

Die Hauptdurchmesser des Drüsenschnitts sind 0,360 mm und 0,660 
mm. Unsere Schnitte sind senkrecht zur Medianen des Körpers, von der 
Kopfseite anfangend, durch das Präparat gelegt. 

Die Drüse ist im Innern sehr locker gebaut. Die Körnchenmasse 
ist durch zahlreiche und starke Bindegewebszüge zerlegt. Die Grösse 
der Leucocyten schwankt zwischen 0,0033 mm und 0,0067 mm. 

Neben den Schnitten durch die Drüse finden wir solche durch 
die Jugularvene und verschiedene kleinere Venen und Arterien. 

Mana mascareniensis D. u. B., Madagascar. Naturh. Mu- 
seum Hamburg. Länge des Thieres 5,5 cm; Geschlecht $. 

Die im Verhältniss zur Grösse des Thieres recht ansehnlichen 
Drüsen wurden leicht nachgewiesen. Sie liegen mit einem grössten 
Durchmesser von 2,5 mm als rundliche, blasse Gebilde unter dem 
lateralen Rande des Musculus sternohyoideus. Nebendrüsen wurden 
makroskopisch nicht gefunden. 

Wenn auch bei der Präparation die Drüse ein einheitliches Ge- 
bilde zu sein schien, so zeigt das mikroskopische Bild sofort, dass es 
sich um mehrere Drüsen handelt, die, dicht zusammenliegend, gemein- 
sam vom Bindegewebe umschlossen werden. 

Wir finden in unserm Präparat auf verschiedenen Schnitten 
5 Drüsen, eine grosse, 2 mittlere und 2 kleine. 

Die grosse Drüse (Fig. 1 a), die mit den 4 übrigen um einen 
Muskeldurchschnitt im Bindegewebe gruppirt ist, zeigt in ihren grössten 
Durchmessern ungefähr 0,667 mm und 1,284 mm. Bei schwacher Ver- 
grösserung (Winkel, Oc. 1, Obj. 2) zeigt sie wiederum einen Anblick, 
der den oben besprochenen Drüsen mit weissen Blutkörperchen ent- 



— 25 — 

spricht, eine Eörnchenmasse erfüllt ziemlich gleichmässig das Innere; 
durch sie hindurch kann man kleinere Gefässe verfolgen ; ein grosses 
Gefäss weicht von einer Gruppe stärkerer Gefässe in der Nähe der 
Drüse ab, wendet sich gegen die Drüse, lagert sich an dieselbe und 
zeitweise leicht in sie hinein und entfernt sich in seinem weitern 
Verlauf wieder von ihr. 

Die Bindegewebszüge, die das Innere der Drüse wiederum in ein- 
zelne Inseln zerlegen, haben mehr oder weniger eine Neigung nach 
dem Centrum der Drüse. 



Fig. 1. 



Fig. 2. 








Wh 
1/ 




Die zweite Drüse (Fig. 1 V) die im Wesentlichen wie die vorige 
gebaut ist, hat eine länglich ovale Form, ihre Hauptdurchmesser sind 
0,264 mm und 0,572 mm. 

Die dritte Drüse (Fig. 1-3 c) ist lang gestreckt, ihre grössten 

4- 



26 — 



Durchmesser sind 0,984 mm und 0,230 mm. Auch sie weist, wie die 
beiden vorigen, Durchschnitte von Gefässen auf, die sie versorgen. 

Fig. 3. Die beiden letzten Drüsen (Fig. 3 d.e) 

sind kleine rundliche Organe von 0,080 mm 
Durchmesser. Sie liegen in der Nähe der 
grossen Drüse im Bindegewebe mit einigen 
Blutgefässen zusammen, deren Durchmesser 
dem Drüsendurchmesser fast gleichkommt. 
Die Körnchen aller dieser Drüsen ähneln 
sich in Gestalt, Form und Grösse, die zwischen 
0,0023 mm und 0,0035 mm schwankt. Sie 
weisen fast stets deutlich mehrere Nucleolen 
auf. Das bindegewebige Maschenwerk durch- 
zieht die Drüsen in derselben Weise wie in 
den früher geschilderten Beispielen. 




Mappia marmorata Rapp, Naturh. Museum Hamburg. Länge 
des Thieres 24 cm; Geschlecht $. 

Makroskopisch bietet hier die Glandula thyreoidea nichts Neues. 
Sie stellt ein länglich ovales Knötchen von 1,000 mm Länge dar, das 
in gewohnter Weise unter dem lateralen Rande des Musculus sterno- 
hyoideus hervorschaut. 

Die Drüse der rechten Seite wurde mikrotomirt. 

Hier tritt nun zum ersten Male eine einzelne Drüse in die Er- 
scheinung, die nur aus Colloid führenden Blasen besteht, während 
keine Drüse mit Leucocyten daneben wie bei Rana catesbiana 
auftritt. 

Der Drüsendurchschnitt misst 0,387 mm und 0,200 mm. Sein Bild 
ist länglich oval. Ungefähr 20 Follikel erscheinen auf den einzelnen 
Mikrotomschnitten. Die Blasen sind unregelmässig und von sehr 
wechselnder Grösse, die grössten haben ungefähr 0,071 mm Durch- 
messer. Die Wandung bildet wieder ein einschichtiges Epithel. 
Zwischen den Epithelien der verschiedenen Blasen liegt wenig Binde- 
gewebe, Blutbahnen darin sind nicht zu unterscheiden. Den Inhalt 
stellen Colloidmassen dar. Ausser dem Colloid sieht man aber, be- 
sonders an den Wandungen, ungeformtes Material, welches ich für 
Zerfallsproducte von den Epithelien oder von rothen Blutkörperchen 
halte. Das ganze Bild wird dadurch etwas getrübt, dass diese Sub- 
stanzen auftreten. Ich halte sie deshalb für Kunst- oder Macerations- 
produete, weil ich annehme, dass das lebende Colloid die Blasen ganz 



— 27 - 

erfüllt, und dann also diese Substanzen im Colloid und nicht ausser- 
halb derselben liegen müssten. 

Mngystoma ovale Schn., Paraguay. Dr. Bohls. Länge des 
Thieres 2,2 cm; Geschlecht $. 

Die Glandulae thyreoideae der beiden Körperhälften wurden als 
kleine runde Knötchen makroskopisch gefunden. Sie lagen im Winkel 
zwischen Musculus omohyoideus und Musculus sternohyoideus, lateral 
unter letzterm hervorschauend. Dort waren sie etwas mehr als ge- 
wöhnlich aus dem Winkel dieser beiden Muskeln heraus zum Herzen 
hingerückt. Sonst boten sie nichts Neues. 

Mikroskopisch wiesen sie ein Verhalten auf, ; ähnlich dem der 
Schilddrüse der Bana catesbiana. Ich fand hier zwei Drüsendurch- 
schnitte. Der eine derselben bot das Bild einer Körnchen führenden 
Drüse, der andere zeigte Colloidblasen. 

Die Körnchen führende Drüse liegt im mikroskopischen Bilde 
neben einer Anzahl der Zungengefässe, von denen aus kleinere Aeste 
in die Drüse übertraten. Sie ist unregelmässig rund, ihre Hauptdurch- 
messer sind 0,307 mm und 0,161 mm lang. Die Körnchen, die ziem- 
lich gleichmässig über die ganze Drüse vertheilt erscheinen, sind rund 
oder polygonal und messen 0,0030 — 0,0046 mm. Im Innern zeigen sie 
mehrere Nucleolen. 

Die zweite Drüse ist, wie erwähnt, wieder nach dem andern 
Typus gebaut. Ich fand in den Schnitten ungefähr 15 polygonale 
Blasen in dem Organ, dessen Dimensionen 0,600 mm und 0,282 mm 
waren. Die Maasse der einzelnen Blasen dilferirten stark, Maxima 
waren in einem Falle 0,179 mm und 0,140 mm, in einem andern 
0,158 mm und 0,126 mm. Zwischen den einzelnen Follikeln war wenig 
Bindegewebe und keine Blutbahnen zu sehen. 

Callula pulchra Gray, Naturh. Mus. Hamburg. Länge des 
Thieres 3 cm. 

Eine im Durchmesser 0,75 mm haltende Drüse liegt beiderseits 
unter dem lateralen Rande des Musculus sternohyoideus in der ge- 
wöhnlichen Lage. Die Form des Organs ist dreilappig. 

Mikroskopisch bietet die Drüse der Callula pulchra ein sehr auf- 
fallendes Verhalten. 

Auf den Schnitten stellen sich 2 Drüsen der Beobachtung dar, 
von denen die eine einen körnigen Inhalt führt. Sie ist länglich oval, 
ihre Durchmesser sind 0,890 mm und 0,430 mm. In ihrer Umgebung 



28 



Fig. 4. 



''I 



r 



liegen 3 Gefässe (Fig. 4 a). Die Inhaltsmasse zerfällt bei schwacher 
Vergrösserung bei sonst ziemlich regelmässiger Vertheilung in einzelne 
Partien, durch die hindurch Blutgefässe zu verfolgen sind. Bei scharfer 

Vergrösserung erscheint ein bindege- 
webiges Maschenwerk, welches die ganze 
Drüse durchzieht. Die Leucocyten sind 
rundlich und ziemlich von einer Grösse, 
0,0030-0,0046 mm. Fast in allen Fällen 
sind deutlich mehrere Nucleoli sichtbar. 
Interessant ist der Bau der zweiten 
Drüse (Fig. 4 b). Sie misst 0,900 mm 
und 0,300 mm, ihr Durchschnitt ist von 
spindelförmiger Gestalt und liegt mit 
der ersten Drüse im Bindegewebe an 
einem Muskel. 

Mikroskopisch weist sie eine An- 
zahl runder oder polygonaler, mit wenig 
geschrumpftem Colloid erfüllter Blasen 
auf. Ich zählte ungefähr 35 verschieden 
grosse Blasen, darunter einzelne, die kaum ein Lumen aufwiesen, bis 
zu solchen mit 0,100 mm und 0,059 mm grössten Durchmessern. Ihr 
einschichtiges Epithel ist deutlich erkennbar, die grossen Zellkerne 
sind rundlich und relativ gross, im Durchmesser 0,006 mm, also 
grösser als die Körnchen. Die Follikel liegen nun aber nicht wie 
sonst bei dieser Form von Drüsen mit ihren Epithelien hart an ein- 
ander, sondern zwischen ihnen hindurch ziehen kleine Blutbahnen mit 
rothen Blutkörperchen und lockeres Bindegewebe, welches in seinen 
Maschen weisse Blutkörperchen wie die andere Drüse führt. Diese 
Leucocyten haben in beiden Fällen gleiche Form und Grösse. 

Wie diese Erscheinung zu erklären ist, ob etwa diese Drüse den 
Uebergang bildet, von den rein Körnchen führenden zu den colloiden, 
Hess sich aus dem conservirten Material nicht feststellen. 




Pseudis paradoxa L., Paraguay. Dr. Bohls. Länge des 
Thieres 4,3 cm; Geschlecht $. 

Drei von einander scheinbar gesonderte Knötchen erscheinen 
beiderseits als Schilddrüsen der Pseudis paradoxa. Sie sind von rund- 
licher Form und liegen dem Herzen verhältnissmässig etwas näher. 

Mikroskopisch erhielt ich die Durchschnitte durch drei Drüsen, 
von denen zwei allmählich verschmolzen. Die erste Drüse ist nach 



— 29 — 

dem Körnchentypus gebaut. Die zweite ähnelt ihr, fällt aber dadurch 
auf, dass sie durch zahlreiche Bindegewebszüge in auffallender Weise 
in einzelne Abtheilungen zerklüftet ist. Die beiden Drüsen nähern 
sich allmählich, ihr Aussehen wird gleich. Die Dimensionen der ver- 
schmolzenen Drüse sind 1,440 und 2,396 mm, die der sehr eng ge- 
lagerten Körnchen 0,003—0,005 mm. 

Ausser diesen beiden Drüsen erscheint noch im mikrotomischen 
Schnitt eine weitere Drüse colloider Natur. Die Schnitte zeigen ungefähr 
65 Blasendurchschnitte sehr verschiedener Grösse. Die Durchmesser 
der ganzen Drüse sind 1,160 mm und 0,900 mm. Das Colloid in den 
Follikeln ist schalig zerfallen. Zwischen denselben liegt wenig Binde- 
gewebe. 

JPseudis paradoxa L., Larven. Paraguay. Dr. Bohls. 

Ventral liegt neben dem vordem Ende des Herzens die steck- 
nadelkopfgrosse, ovale Schilddrüse. Sie ist etwas schwarz pigmentirt. 
Eine zweite Drüse wurde bei der Larve nicht gefunden. 

Die mikroskopische Behandlung ergab das Bild, welches dem der 
beiden ersten Drüsen des erwachsenen Thieres entspricht. Die 1,100 mm 
und 0,700 mm grossen Schnitte waren mit einer Körnchenmasse ziem- 
lich gleichmässig erfüllt. Die Schnitte liegen in dem Winkel zweier 
Muskelschnitte, in der Nähe stärkerer Gefässe. Stark vergrössert 
zeigt sich wiederum ein reticuläres Bindegewebe, in dessen Maschen 
die 0,0025 — 0,0035 mm grossen Körnchen eingeschlossen sind. 

Paludicola fuscomaculata Stdchr., Paraguay. Dr. Bohls. 
Länge des Thieres 3,2 cm; Geschlecht $. 

Aus dem Winkel, den Musculus sternohyoideus und Musculus 
omohyoideus bilden, lateral fast unter den letztern Muskel verschoben, 
liegt die Drüse der linken Seite dieses Thieres. Lateral von ihr zieht 
die Vena jugularis externa nach vorn. Die Schilddrüse misst unge- 
fähr 0,500 mm im Durchmesser. 

Im mikroskopischen Bilde erscheint eine einzelne Drüse, die aus 
colloidhaltigen Blasen zusammengesetzt ist. Sie besteht aus bis zu 
10 Blasen mannigfacher Grösse und Form. Zwischen den einzelnen 
Blasen . kann man deutlich im Bindegewebe Blutbahnen verfolgen. Der 
Durchmesser der rundlichen Drüse ist ungefähr 0,600 mm. Das 
Colloid bietet keine neuen Erscheinungen dar ; nur seine relativ starke 
Schrumpfung fällt auf. 



— 30 - 

Leptodactylus ocellatus L., Paraguay. Dr. Bohls. Länge 
des Thieres 6,5 cm ; Geschlecht ?. 

Als hirsekorngrosses, weissliches Organ liegt die Schilddrüse hier 
sehr weit zurück, fast unter die vordem Ecken des Herzens gerückt. 
Sie liegt unter dem lateralen Rande des Musculus sternohyoideus, 
lateral der Vena jugularis externa angeheftet. 

Der Schnitt zeigt drei körnchenhaltige Drüsen. Sie liegen in Be- 
gleitung mehrerer stärkerer und schwächerer Gefässe und bilden ein 
Dreieck zusammen. Die grösste Drüse, Durchmesser 1,059 mm und 
0,818 mm, ist unregelmässig viereckig und lässt die Durchschnitte 
kleiner Capillaren erkennen. Die zweite Drüse, Durchmesser 0,290 mm 
und 0,191 mm, enthält in ihrem Innern einen grossen Complex von 
Biudegewebe, der nichts von der Körnchenmasse enthält. Die Drüse 
ist im Schnitt wie die dritte dreieckig. Letztere misst 0,118 mm und 
0,119 mm und verhält sich im Bau wie die erste. Die Körnchen sind 
rund bis spindelförmig, 0,0033—0,0048 mm. Bei scharfer Vergrösserung 
erscheint auch das Bindegewebe in den Drüsen wieder, welches ein 
Maschen werk bildet, in dem die Körnchen liegen. 

Leptodactylus caliginosus Gm., Paraguay. Dr. Bohls. 
Länge des Thieres 3,5 cm. 

Relativ weit nach hinten, fast neben dem Vorderrande des Herzens, 
ähnlich wie bei der vorigen Art, liegt die stecknadelkopfgrosse Glan- 
dula thyreoidea dieses Thieres. Sie ist der Vena jugularis externa 
lateral angeheftet und wird verdeckt von dem lateralen Rande des 
Musculus sternohyoideus. 

Das mikroskopische Präparat zeigt eine 0,700 mm und 0,260 mm 
messende, länglich ovale Drüse. Auffallend ist das Auftreten von 
Durchschnitten zweier Venen und zweier Arterien in der Längsaxe 
der Drüse. Sie erreichen fast die Grösse des Drüsenschnitts und 
liegen mit ihm zusammen in Bindegewebe eingebettet am Musculus 
sternohyoideus. 

Im Innern sieht man eine feine, dichte Körnchenmasse, durch die 
hindurch Bindegewebszüge gehen. Ebenso zeigen sich im Innern feine 
Gefässdurchschnitte. Die Körnchen messen ungefähr 0,002 mm und 
sind von rundlicher Form. 

Idmnodynastes peronii D. u. B. Zool. Mus. Göttingen. Länge 
des Thieres 7 cm; Geschlecht #. 



— 31 — 

Die 0,75 mm x ) in der Längsaxe messende Schilddrüse liegt als 
blasses Knötchen am medianen Aste des Musculus geniohyoideus unter 
der Mitte des Musculus sternohyoideus, ziemlich nahe zum Herzen 
gelagert. 

Die isolirte Drüse wurde mikroskopischer Behandlung unterworfen. 
Sie stellt eine ovale, 1,566 mm und 1,146 mm grosse Blase dar. Ge- 
füllt ist sie mit einer Körnchenmasse, die etwas geschrumpft erscheint. 
Durch ein bindegewebiges Maschenwerk werden die Körnchen in ein- 
zelnen Maschen isolirt. Sie sind rund und messen 0,002 — 0,005 mm. 

Cryptotis brevis Gthr., Clarence River. Zool. Mus. Göttingen. 
Länge des Thieres 3,2 cm ; Geschlecht ?. 

Ventral fand ich eine kaum 0,500 mm messende, rundliche Glan- 
dula thyreoidea. Sie lag median von der starken Vena jugularis ex- 
terna im offenen Winkel von Musculus sternohyoideus und Musculus 
omohyoideus. Nebendrüsen wurden nicht gefunden. 

Colloidhaltige Blasen von 0,120 mm grösstem Durchmesser setzen 
die Drüsen zusammen. Ich zählte auf den einzelnen Schnitten 10—12 
solcher Follikel. Das Blasenepithel liegt eng an einander und führt 
wenig Bindegewebe zwischen sich. Die Drüse misst 0,300 mm und 
0,350 mm. Sie ist dem kleinern hintern Zungenbeinhorn benachbart 
und liegt an dem Durchschnitt eines Muskels. Die Drüse ist ein 
klares Beispiel einer colloidhaltigen Thyreoidea. 

JPseudophryne anstralis Gray, Zool. Mus. Göttingen. Länge 
des Thieres 2,3 cm; Geschlecht $. 

Das Thier war ziemlich stark macerirt, deshalb nahm ich nach 
oberflächlicher Präparation das ganze in Frage kommende Gebiet 
heraus, um es zu conserviren. Feststellen konnte ich, dass die steck- 



1) Die oft recht erheblichen Differenzen zwischen den Maassen, die 
ich makroskopisch fand, und den mit Hülfe des Ocularmikrometers fest- 
gestellten, sind auf den Umstand zurückzuführen, dass man derartig 
kleine Grössen mit einem Millimeterstabe makroskopisch nur annähernd 
messen kann, Bruchtheile aber, die nicht mit 0,500 mm stimmen, ab- 
schätzen muss. Dazu kommt in diesem Falle die Unsicherheit der 
grössten Axe der Drüsen, die im umgebenden Bindegewebe oft schlecht 
genau zu umgrenzen sind. Den Schnitt kann man mit dem Ocular- 
mikrometer auf Bruchtheile eines Millimeters genau messen. Sobald 
der Schnitt eine andere Ebene getroffen hat als die, in der man makro- 
skopisch die Messung ausführte , müssen die Zahlen für die Schnitte 
bald grösser, bald kleiner ausfallen. 



— 32 — 

nadelkopfgrosse Drüse wie gewöhnlich der Vena jugularis externa an- 
geheftet war. 

Bei der Conservation zerfiel das Object aber doch noch etwas, 
und ich erhielt nicht, wie beabsichtigt, beide Drüsen in situ, sondern 
nur eine. Sie war spindelförmig, 0,402 mm lang, 0,120 mm breit. 
Im Innern lag eine lockere Körnchenmasse von 0,0050—0,0083 mm 
grossen Körnchen, in denen sich Nucleolen erkennen Hessen. Durchzogen 
war die Blase in gewöhnlicher Weise von einem bindegewebigen 
Maschenwerk. 

Bufo calamita Laur., Umgebung Hamburgs. Länge des 
Thieres 1,5 cm. 

Mir stand nur ein kleines, vielleicht einjähriges Thier dieser 
seltneren einheimischen Kröte zur Verfügung. Ich löste die Haut vor- 
sichtig ab, um das Eindringen der Fixationsflüssigkeiten zu erleichtern, 
und bettete den Vorderkörper bis zu den Vorderbeinen ein. So er- 
hielt ich nachher die Schilddrüsen beider Seiten in den Schnitten. 

Auf den Schnitten durch den hintern Kopfabschnitt findet man 
etwas lateralwärts von der Medianen die Zungenbeinhörner als ovale 
Knorpelscheiben. An diesen liegen nach unten die grossen Durch- 
schnitte der Musculi sternohyoidei und lateral von diesen die drei- 
eckigen Schnitte der Musculi omohyoidei, deren Verlauf unter die 
erstem aus den Serien zu reconstruiren ist; sie liegen mit einer Drei- 
eckseite den Musculi sternohyoidei an, eine Spitze weist nach aussen. 
Ueber dieser liegt der grosse, rundliche Schnitt der Jugularvene und 

Fig. 5. 




einiger kleinerer Gefässe. Zwischen den Jugularvenen und den Zungen- 
boinhörnern liegen nun die Schilddrüsen (Fig. 5 a u. a') als 0,314Jmm 
und 0,434 mm messende colloidhaltige Organe. Im Innern erkennt 



- 33 — 

man 6 Blasen, die aber nicht sehr scharf unterscheidbar sind. Zwischen 
sie hindurch ziehen zahlreiche Gefässe; daneben findet sich reichlich 
Bindegewebe. Das Colloid scheint im Leben sehr dünnflüssig gewesen 
zu sein, da man aus seiner sehr starken Schrumpfung wohl auf viel 
Wasser schliessen darf. 

Bufo vulgaris Laue., Umgebung Hamburgs. Länge des 
Thieres 7 cm; Geschlecht $. 

Unsere gemeine Erdkröte bietet für unsere Untersuchung ein aus- 
gezeichnetes Object dar, weil die Schilddrüse relativ gross und leicht 
unter dem lateralen Rande des Musculus sternohyoideus zu finden ist. 

Am soeben betäubten Thiere erweist sich die Drüse als birnförmiges, 
weiches, röthliches Organ, welches der Vena jugularis externa median 
angeheftet ist. Es kann leicht von dieser Verbindung und aus dem 
umgebenden Bindegewebe gelöst werden. Ueber die Beobachtung am 
lebenden Organ verweise ich auf meine Beschreibung auf S. 18 ff. 

Die conservirte und geschnittene Drüse war ein Organ von 0,630 mm 
und 1,57 mm und bot nichts wesentlich abweichendes. Er war mit 0,0067 
— 0,0099 mm grossen Körnchen gefüllt, zwischen denen sich ein 
Maschenwerk erkennen liess. Ausserdem waren einzelne Gefässdurch- 
schnitte in der Drüse vorhanden. 

Bufo melanostictus Schn., Naturh. Mus. Hamburg. Länge 
des Thieres 7,5 cm; Geschlecht ?. 

Genau im Winkel des Musculus sternohyoideus und des Musculus 
omohyoideus liegt die Schilddrüse bei dieser Kröte als relativ grosses, 
rundliches, im obern Durchmesser 3,000 mm messendes Organ an der 
medianen Seite der Zungenarterien , lateral an der Vena jugularis 
externa. Von der Arterie gehen kleinere Aeste ab, die in und durch 
die Schilddrüse verlaufen. 

Die mikrotomirte Drüse ergab wiederum das Bild einer typischen 
Körnchendrüse von polygonaler Form und 1,950 mm und 1,716 mm 
grössten Maassen. Die Körnchenmasse ist locker und verschieden 
dicht geordnet, so dass man in ihr helle, körnchenarme und dunkle 
Züge mit einer Anhäufung von Körnchen findet. Das bindegewebige 
Maschenwerk ist bei scharfer Vergrösserung leicht zu beobachten. 
Die runden Körnchen messen 0,0040 — 0,0054 mm Durchmesser. 

Hyla crepitans W t ied, Naturh. Mus. Hamburg. Länge des 
Thieres 6 cm; Geschlecht ?. 

Der Winkel zwischen den beiden fraglichen Muskeln liegt hier, 

3 



34 — 



wie auch bei der folgenden Art, Hyla nasica, weiter zum Herzen als 
gewöhnlich. In ihm liegt die wenig über 0,500 mm grosse, gelbe 
Schilddrüse eng in Verbindung wieder mit der Jugularvene. Neben- 
drüsen sind makroskopisch nicht nachgewiesen. 

Die mikroskopische Vergrösserung zerlegte im Schnitt die eine 
Drüse in drei gesonderte, von denen zwei Körnchen, eine Colloidblasen 
zeigten. An dem Durchschnitt des Musculus sternohyoideus liegen 
alle drei Drüsen mit einigen Gefässen im Bindegewebe. Die 0,704 
und 0,465 mm messende Colloiddrüse lag getrennt von den beiden 
andern. Im Schnitt zählte ich ungefähr 25 Blasen, die 0,072 und 
0,096 mm im Maximum massen. Zwischen den Blasen findet sich 
reichlich Bindegewebe, das Epithel ist einschichtig. 

Der grössern , runden , 0,600 mm im Durchmesser haltenden 
Körnchendrüse war die kleine, compactere, 0,216 und 0,144 mm 
grosse eng angelagert. Die Körnchen der beiden Drüsen schwankten 
zwischen 0,0054 und 0,0075 mm. Die grössere der beiden ist 
sehr locker gebaut und weist sehr viel Bindegewebe im Innern auf. 



Fig. 6. 



Hyla nasica Cope, Paraguay. Dr. Bohls. Länge des Thieres 
3,2 cm; Geschlecht <J. 

Die Lage der Drüse dieses Thieres ist der der vorigen Art, wie 
gesagt, entsprechend. Tief unter dem Musculus sternohyoideus findet 
man die nicht ganz 0,500 mm messende kleine Schilddrüse. 

Die Drüse (Fig. 6) besteht 
aus colloidhaltigen Blasen, die im 
Schnitt in mannigfacher Grösse — 
bis 0,168 und 0,120 mm — er- 
scheinen. Zwischen den Blasen 
liegt viel Bindegewebe. Das Epi- 
thel derselben war an vielen 
Stellen in Folge der Conservation 
zerstört und zerrissen. 

JPelobates fuscus Laue., Innien, Mecklenburg. Länge des 
Thieres 4,5 cm; Geschlecht ?. 

Die Schilddrüse der Knoblauchskröte ist aus dem Winkel des 
Musculus sternohyoideus und Musculus omohyoideus herausgerückt, 
näher am Herzen als gewöhnlich. Sie liegt unter dem lateralen Rande 
des ersten Muskels am lateralen Zweige des Musculus geniohyoideus. 
Sie ist tief ins Bindegewebe eingesenkt und von kleinen Gefässen ver- 




— 35 — 

sorgt. Die Drüse stellt ein durchscheinendes, weissliches, ovales Kör- 
perchen dar, von 1,500 mm und 0,500 mm Durchmessern. Nebendrüsen 
wurden makroskopisch nicht gefunden. 

Bei der Conservation wurde die Drüse lädirt. Der Bau zeigte 
im Schnitt colloide Blasen, die ein deutliches einschichtiges Epithel 
mit grossen, in der Hauptaxe 0,0088 mm messenden Kernen aufwiesen. 
Zwischen den einzelnen Blasen lag wenig Bindegewebe. 

Alytes obstetricans Laur., Zool. Garten Hamburg. Länge 
des Thieres 4 cm ; Geschlecht $. 

Das Herz liegt bei diesem Thiere weiter nach vorn als gewöhnlich. 
Neben seinem vordem Rande, tief unter dem Musculus sternohyoideus 
liegt die kleine Schilddrüse im Bindegewebe. Sie misst kaum 0,500 mm. 

Bei diesem Thiere ist die Drüse nach dem Typus der Körnchen- 
drüsen gebaut. Die Körnchen — Durchmesser 0,0022—0,0033 mm — 
liegen eng zusammen, so dass die Drüse ein festeres Aussehen erhält. 
Ein Maschenwerk ist auch hier erkennbar. 

b) Aglossa. 

Xenopus muelleri Ptrs., Sansibar. Naturh. Museum Ham- 
burg. Länge des Thieres 5,2 cm; Geschlecht $. 

Schon äusserlich lässt die Schilddrüse hier einen blasigen Bau 
erkennen. Sie liegt unter dem Musculus sternohyoideus als ein flaches, 
lappiges Gebilde, das mit seinen Hauptmessern 1,500 mm und 0,500 mm 
erreicht. 

Das Präparat dieser colloiden Drüse hat, wie schon oben (S. 17) 
erwähnt, ein etwas anderes Aussehen als gewöhnlich. Die Epithelien 
der Blasen sind ins Innere des Colloids verschoben worden, wo man 
sie als mehr oder weniger deutliche Reste im Colloid liegen sieht. 
Das Colloid scheint nach dem Tode des Thieres zeitweise gequollen 
zu sein. Dabei hat es die Epithelien der Blasen zerstört und zerrissen. 

Die ganze Drüse misst 0,783 mm und 0,432 mm und zeigt im 
Uebrigen das Verhalten der typischen colloiden Schilddrüsen. 

Xenopus muelleri Ptrs., Sansibar. Naturh. Museum Ham- 
burg. Larve. Länge des Thieres 3,5 cm (mit Schwanz 9 cm). 

Wegen der Zartheit der Gewebe war eine vollständige makro- 
skopische Präparation sehr erschwert. Man findet die Schilddrüse 
dieser Larve unter dem Musculus sternohyoideus dem Episternum 

3* 



— 36 — 

angelagert. Sie stellt ein weiches, rundliches Gebilde dar, von kaum 
0,500 mm grösstem Durchmesser. 

Die beiderseitigen Schilddrüsen wurden gemeinsam in situ heraus- 
genommen und nach der Conservirung geschnitten. Sie sind nach dem 
Typus colloider Drüsen gebaut. Die Epithelien der zahlreichen Follikel 
sind sehr zart; ihre Zellenlage erweist sich als einfach. Auffallend ist 
das Fehlen compacter Colloidmassen, wie wir sie sonst gefunden haben. 
Die wenigen unregelmässigen Inhaltsmassen machen den Eindruck, als 
seien sie sehr concentrirte Reste eines dünnflüssigen Colloids. 

In den Schnitten sieht man an dem Durchschnitt durch das Epi- 
sternum beide Thyreoideen angelagert als rundliche Organe mit 
0,700 mm und 0,500 mm Hauptdurchmessern. 



IL Candata. 

Salamandra maculosa Laur., Harz. Länge des Thieres 
9 (15,5) cm; Geschlecht ?. 

Die Präparation bei den Urodelen geschieht in derselben Weise 
wie bei den Anuren. Das Thier wird an der Bauchseite geöffnet, der 
Musculus submaxillaris zur Seite gelegt. Dann findet man die Schild- 
drüsen der beiden Seiten am lateralen Rande der Musculi sterno- 
hyoidei, in der Höhe der hintern Zungenbeinhörner auf den vom 
Truncus arteriosus kommenden Zungenarterien. Sie erscheint als 
oberflächlich glatte, rundliche, 1,5 mm messende Drüse. 

Nachdem die Drüse mikroskopischer Behandlung unterzogen wurde, 
erhält man auf dem Schnitt die Durchschnitte der Arterien und der 
colloiden Drüse. Das Organ besteht hier aus ungefähr 22 Blasen und 
misst 1,080 mm und 0,720 mm in den grössten Durchmessern. Die Ge- 
stalt ist eine eiförmige. Die Follikel werden von einem einschichtigen 
Epithel umkleidet, zwischen ihnen liegt lockeres Bindegewebe. Das 
Epithel zeichnet sich durch die Grösse — 0,0088 mm bis 0,018 mm — 
der rundlichen und länglichen Zellkerne aus. Der Inhalt der Hohl- 
räume ist ein wenig compactes Colloid, welches vielfach stark zer- 
bröckelt ist. Die ganze Drüse wird von einem lockern Bindegewebe 
umschlossen. 

Salamandra atra Laur., Umgebung Bozens. Länge des 
Thieres 5,5 (9,5) cm ; Geschlecht $. 

Die Schilddrüse ist hier beiderseits vorhanden. Sie liegt unge- 
fähr 2 mm von der Kreuzung des Musculus sternohyoideus mit dem 



37 



Fig. 7. 



hintern Hyoidbogen zum Herzen hin, eng dem Musculus sternohyoideus 
lateral angelagert als längliches, weiches, reichlich 1,5 mm im Längs- 
durchmesser messendes Organ. 

Die Schnitte ergeben hier, wie auch bei 
den folgenden Präparaten, typische colloide 
Schilddrüsen (Fig. 7). Ungefähr 28 Blasen- 
durchschnitte sind in den einzelnen Bildern zu 
sehen. Sie setzen ein längliches Drüsengebilde 
zusammen, von 1,695 mm und 0,588 mm Di- 
mensionen. Die Blasen werden von einem etwas 
flach gedrückten einschichtigen Epithel begrenzt, 
welches wieder durch die flachen, grossen — 
0,010 mm bis 0,017 mm — parallel zum Um- 
kreise der Follikel liegenden Kerne auffällt. 
Zwischen den Blasen liegt fast gar kein Binde- 
gewebe und auch keine Blutgefässe. Neu ist 
hier die Erscheinung, dass an einigen Stellen 
die Wandung zwischen zwei benachbarten Fol- 
likeln durchbrochen erscheint, so dass die 
Colloidmassen in Verbindung getreten sind. Das 
Colloid ist von compactem, manchmal schalig 
zerklüftetem Aussehen. 




Molge cristata Laue., Kl. Hagen bei Göttingen. Länge des 
Thieres 6,5 (12) cm; Geschlecht <J. 

Die Arten der Gattung Molge stimmen in der Lage der Schild- 
drüsen überein. Als längliche Gebilde liegen sie an den Zungen ge- 
fässen lateral unter dem Kande des Musculus sternohyoideus. 

Bei dem grossen Kamm-Molch ist die Schilddrüse ein 1,000 mm 
langes Organ , welches nach seinem äussern Ansehen aus 4 hinter 
einander liegenden Blasen besteht, die durch schwache Einschnürungen 
angedeutet sind. 

Die mikroskopische Beobachtung bestätigt die blasige Structur 
des Organs. Annähernd 15 Blasen finden sich auf den 0,456 mm und 
1,868 mm grossen Drüsendurchschnitten. Die grössten Follikel er- 
reichen 0,262 mm und 0,322 mm Durchmesser und sind wieder mit 
einem einschichtigen Epithel mit flachen Zellen, in denen 0,0088 mm 
messende, längliche Kerne liegen, allseitig umschlossen. Zwischen den 
Epithelien fehlt fast ganz Bindegewebe und Gefässe, so dass die Epi- 



— 38 — 

thelien der einzelnen Blasen an einander grenzen. Das Colloid ist 
compact und wenig contrahirt. 

Molge alpestris Laue., Kl. Hagen bei Göttingen. Länge des 
Thieres 4,5 (8,5) cm; Geschlecht $. 

Die Lage der Drüsen war wie bei Molge cristata. 

Die Grösse der länglichen Drüsen ist im Längsmesser etwas über 
0,5 mm. 

Die Schilddrüse ist eine colloide Drüse. Im Querschnitt fand ich 
ungefähr 15 Follikel angeschnitten. Sie sind bei diesem Thiere so 
gebaut, wie beim vorigen. Die Dimensionen derselben sind 0,830 mm 
und 0,570 mm, das Maximum der unregelmässig rundlicheu Blasen 
0,250 mm. Im Schnitt zeigt sich hier ausser dem umgebenden Binde- 
gewebe der Musculus sternohyoideus. 

Molge vulgaris Laue., Hainholzhof bei Göttingen. Länge des 
Thieres 5 (10) cm; Geschlecht $. 

Die 0,5 mm messende Drüse liegt als helles, traubiges Knötchen 
beiderseits lateral an den Zungengefässen unter dem lateralen Rande 
des Musculus sternohyoideus. Nebendrüsen wurden hier, wie auch bei 
den vorigen Arten, nirgends gefunden. 

Auch hier zeigt der Querschnitt eine Schilddrüse colloider Structur. 
Der Drüsenschnitt liegt an dem des Musculus sternohyoideus und 
lateral an den Durchschnitten der Zungengefässe. Er misst 0,525 mm 
und 0,684 mm und zeigt ungefähr 15 Follikel sehr verschiedener Grösse. 
Man findet solche, in denen kaum etwas von dem compacten Colloid 
der übrigen zu bemerken ist, bis zu solchen, die 0,093 mm und 0,528 mm 
halten. Im Uebrigen ist die Drüse wie eine typische colloide Drüse 
gebaut, einschichtiges Epithel mit länglichen, 0,0154 mm messenden 
Kernen und wenig Bindegewebe umschliessen die einzelnen Hohlräume. 

Molge rusconii Gene, Insel Sardinien. Länge des Thieres 
6,5 (13,5) cm; Geschlecht $. 

Der Körper vorwärts vom Brustring ist bei diesem Molch ge- 
streckter gebaut als bei den vorigen Arten. In Folge dessen sind 
auch die Muskeln dieser Region relativ länger. Im Uebrigen weicht 
der Bau nicht wesentlich von den obigen Beispielen ab. Die Schild- 
drüse liegt an den Zungengefässen lateral angeheftet unter dem late- 
ralen Rande des Musculus sternohyoideus. 

Mikroskopisch unterscheidet sich aber die Drüse hier wesentlich 



— 39 - 

von den colloiden Drüsen der deutschen Molche, sie ist eine typische 
Körnchendrüse. Sie misst 0,755 mm und 0,347 mm und ist unregel- 
mässig dreieckig. Eine lockere Körnchenmasse füllt die Drüse an. 
Die Körnchen sind rundlich oder spindelförmig und erreichen eine 
Maximalgrösse von 0,0088 mm. Zwischen den Körnchen liegt Binde- 
gewebe, das stellenweise zu Complexen ohne Körnchen sich erweitert. 
Neben dem Schnitt durch die Drüse findet man die Durchschnitte 
durch die Jugularvene nebst einigen andern, sowie durch die Zungen- 
arterien. Alle diese Schnitte sind umgeben von lockerm Binde- 
gewebe. 

Megalobatrachus maximus Gray, Zool. Garten Hamburg. 
Länge 81 (132) cm. 

Von diesem grössten Urodelen konnte ich ein schönes Exemplar 
aus dem Aquarium des Zoologischen Gartens zu Hamburg bald nach 
dem Tode untersuchen. Die Schilddrüse lag ziemlich oberflächlich am 
lateralen Rande des Musculus sternohyoideus. Das Zungenbeinhorn 
mit seinen beiden Bogen ist beim Riesensalamander oberflächlich 
[Hyrtl (7), Fischer (5), Bronn (3. Taf.)] gelagert. Parallel zum 
Musculus sternohyoideus liegt lateral der zweite Kiemenbogen des 
Zungenbeins und zwischen diesem und dem Muskel liegt ein bräun- 
liches, längliches, weiches Gebilde, die Glandula thyreoidea. Sie ist 
6 cm lang und 1,5 cm breit. Der Durchschnitt ist dreieckig, mit 
einer Dreiecksseite weist die Drüse nach unten. Das Organ zeigt 
äusserlich nichts besonders Auffallendes. Median von ihm verlaufen 
die Zungengefässe nach vorn. 

Durchschneidet man die Drüse nun mit dem Messer, so erhält 
man das Bild, welches ich oben auf Seite 16 schon beschrieben habe. 
Man trifft in einer ziemlich festen Gruudsubstanz auf an Grösse sehr 
wechselnde Hohlräume, die Colloidblasen. 

Im Mikrotom schnitt erscheinen diese Blasen wieder. Sie erreichen 
eine Maximalgrösse von 1,600 mm und 1,200 mm. Die Blasen sind 
rundlich. Ein deutliches einschichtiges Epithel umgiebt die Follikel. 
Die Epithelzellen sind gross und enthalten Kerne von 0,0136 mm 
Durchmesser. Sie sind meist hohe Cylinderzelleu , deren Höhe die 
Breite oft bis zum dreifachen Betrage übertrifft. Die Zellen sehr 
grosser Blasen sind im Allgemeinen niedriger und breiter als die- 
jenigen, welche kleinere Blasen umschliessen. Blutbahnen kommen 
im Schnitt nur sehr vereinzelt zur Beobachtung. Zwischen den ein- 
zelnen Follikeln liegt Bindegewebe. 



40 



Ergeibnisse. 

Die Glandula thyreoidea tritt bei den Amphibien in der Einzahl 
oder in der Mehrzahl auf. 

Dem Inhalt nach zerfallen die Drüsen in zwei Gruppen, in solche, 
die aus Colloid haltigen Blasen bestehen, und solche, die im Innern 
ein bindegewebiges Maschenwerk mit eingelagerten Leucocyten und 
Blutgefässen führen. 

Ueber Zahl und Inhalt der Drüsen bei den einzelnen Vertretern 
giebt folgende Tabelle Aufschluss: 







Zahl der 


Drüsen 










Einzahl 


Mehrzahl 


















Bemerkungen 




Colloid- 


Körnch.- 


Colloid- 


Körnch.- 








Drüsen 


Drüsen 


Drüsen 


Drüsen 






I. Ecaudata. 














Ranidae 














Rana tigrina 
R. catesbiana 


— 


1 


1 


4 


/i 


. ,, 1 Körnchen- 
mittlere > „ .. 
, , . Drusen 
kleine J 


R. esculenta 




1 


_ 





h 












(i 


grosse 1 Körnch.- 


R, temporaria 


— 


— 


— 


2 




bedeut. klein. | Drüse 


R. arvalis 


— 


1 


— 


— 


j 

.... 1 Körnchen- 
mittlere > „ ., 
... 1 Drusen 
kleine J 


R. mascareniensis 


— 


— 


— 


5 


Rappia marmorata 


1 


— 


— 


— 


h 


Engystomidae 














Engystoma ovale, 


— 


— 


1 


1 






Callula pulchra 


— 


— 


1 


1 






Cystigmathidae 

Pseudis paradoxa 


— 


— 


1 


2 


I 2 


Körnchendrüsen, die all- 
mählich verschmelzen 


„ „ Larve 


— 


1 


" 


— 


i 




Paludicola fvscomaculata 


1 


— 


— 


— 






Leptodactylus ocellatus 


— 


— 


— 


3 






L. caliginosus 


— 


1 


— 


— 






Limnodynastes peronii 


— 


1 


— 


— 






Cryptotis brevis 


1 


— 


— 


— 






Buforädae 














Bufo calamita 


1 


— 


— 


— 






B. vulgaris 


— 


1 


— 


— 






B. melanostictus 


— 


1 


— 


— 






Pseudopftryne australis 


— 


1 


— 


— 






Ilylidae 










( l 


grössere mit lockerer, 


Jlyla crepitans 


— 


— 


1 


2 


r 


kleinere mit compacter 


IL nasica 


1 


— 


— 


— 


Körnchen masse 


Pelobatidae 














Pelobates fuscus 


1 


— 


— 


— 






Jjiscoylossidae 














Alytes obstetricans 


— 


1 


— 


— 






iJactylethridae 














Xenopu» muelleri 


1 


— 


— 


— 






„ „ Larve 


1 


— 


— 


— 







— 41 





Zahl der Drüsen 






Einzahl 


Mehrzahl 


Bemerkungen 




Colloid- 


Körnch. 


Colloid- 


Körneh.- 






Drüsen 


Drüsen 


Drüsen 


Drüsen 




II. Caudata. 












Salamandridae 












Salamandra maculosa 




— 


— 


— • 




S. atra 




— 


— 


— 




Molge cristata 




— 


— 


— 




M. alpestris 




— 


— 


— 




M. vulgaris 




— 


— 


— 




M. rusconii 


— 


1 


— 


— 




Amphiumidae 












Megalobatrachus maximus 


1 


— 


— 


— 









Einzahl 


Meh 


rzalil 




Anzahl 
der 


Nur 


je 1 


1 Colloid- 

Drüse u. 

Körnchen 

Drüsen 


Mehrere 




Vertreter 


Colloid- 
Drüse 


Körnchen- 
Drüse 


Körnchen - 
Drüsen 


I. Ecaudata. 












Banidae 


7 


1 


3 


1 


2 


Engystomidae 

Cystigmathidae 

Bufonidae 

Hylidae 

Pelobatidae 


2 
7 

4 
2 
1 


2 
1 
1 
1 


3 
3 


1 


2 
1 

1 


Discoglossidae 
Dactyleihridae 


1 

2 


2 


1 


— 


— 


Summe der Ecaudata 


26 


8 


10 


2 


6 


II. Ca u data. 












Salamandridae 


6 


5 


1 


— 


— 


Amphiumidae 


1 


1 


— 


— 


— 


Summe der Caudata 


7 | 


6 


1 1 


— 


— 


Gesammtsumme 


33 | 


14 


11 


2 I 


6 



Eine Kegelmässigkeit im Auftreten der Schilddrüsen lässt sich 
bei den Caudaten weder dem Inhalt noch der Zahl nach constatiren. 
Selbst nahe verwandte Formen stimmen oft nicht überein. Con staut 
ist nur die Einzahl der colloiden Drüsen, mögen sie allein oder mit 
einer oder mehreren Körnchendrüsen auftreten, nirgends wurden bei 
einem Thiere mehrere colloide Drüsen auf einer Seite beobachtet. 

Bei Ecaudaten fand ich stets eine einzelne Drüse, und zwar waren 
sie mit Ausnahme derjenigen der Molge rusconii colloider Natur. 

Die Colloiddrüsen bestehen aus Blasen, die von einem einschichtigen 
Epithel gebildet werden. 



- 42 — 

Das Colloid erfüllt als homogene Masse den ganzen Hohlraum. 
Zwischen den einzelnen Follikeln treten Blutgefässe und Bindegewebe 
in verschiedener Entwicklung auf. 

Die Körnchendrüsen sind im Innern von einem bindegewebigen 
Maschenwerk erfüllt, durch das Blutbahnen hindurchziehen. In den 
Maschen liegen in verschiedener Menge Leucocyten eingelagert. Die 
Zahl wechselt vielleicht mit dem physiologischen Zustande der Drüse. 

Ob die Drüsen mit Colloid und die mit Leucocyten von einander 
abzuleiten sind, ob Colloid führende Drüsen durch einwandernde Leuco- 
cyten oder Phagocyten umgewandelt werden, und ob colloide Drüsen 
mit wenig Bindegewebe zwischen den einzelnen Follikeln ältere Stadien 
sind, als die mit viel Bindegewebe, könnte durch eine Vergleichung 
von Stücken einer Art, die in den verschiedensten Altersstufen und 
Ernährungszuständen sich befänden , vielleicht gefunden werden. In 
meinem Material habe ich nichts gefunden, was eine Antwort auf diese 
Fragen giebt. 

II. Glandula Thymus der Amphibien. 

1. Gang der Untersuchung. 

Die Untersuchung der Thymus begann wie die der Schilddrüse 
mit der makroskopischen Präparation der Organe. 

Die dann folgende weitere Vorbereiterung der Präparate zur mikro- 
skopischen Beobachtung geschah in gleicher Weise, die Drüsen wurden 
fixirt, geschnitten und im Stück oder im Schnitt gefärbt. Ich benutzte 
für beiderlei Arten von Drüsen dieselben Färbe- und Fixationsmittel. 

Nachdem das zu untersuchende Thier auf dem Bauche liegend 
durch Nadeln im Präparirbecken befestigt war, trennte ich durch 
einen Schnitt in der Mittellinie die Rückenhaut aus einander. Dieselbe 
wurde darauf sorgfältig nach beiden Seiten vom Kücken wegpräparirt. 
Nach Abpräpariren des oberflächlichen Bindegewebes hatte man nun 
folgendes Bild. 

Von der Medianen schräg nach vorn und unten verläuft der 
flache Musculus depressor maxillae inferioris. An diesen stösst nach 
hinten, theilweisc von ersterm bedeckt, der Musculus sternocleido- 
mastoideus. In der Spalte zwischen diesen beiden Muskeln liegt ein 
fettreiches, bluterfülltes Bindegewebe. Diesem eingebettet erscheint die 
Glandula Thymus fast stets in ähnlicher Lage und ausser bei der 
Larvenform des Axolotl und der Kaulquappen in der Einzahl und 



— 43 — 

ohne Nebendrüsen. Bei diesen Larven ist auch die Lage der Drüse 
eine abweichende. 

Die Drüse stellt meist ein weissliches, lappiges Gebilde dar, welches 
oft schwer vom umgebenden Bindegewebe zu unterscheiden ist. 

Mikroskopisch bietet die Drüse ein viel einheitlicheres Bild als 
die Glandula thyreoidea. 

Ein einfaches Epithel umschliesst das ganze Organ. Der Inhalt 
entspricht der Beschreibung, die Leydig gab. Eine sehr feinkörnige 
Körnchenmasse füllt die Drüse. Durch sie hindurch sieht man bei 
scharfer Vergrösserung Bindegewebszüge gelagert, durch die die Masse 
in einzelne Abtheilungen zerklüftet wird. Die Bindegewebsbalken 
haben wohl im Allgemeinen eine Neigung nach der Mitte, von wirk- 
lichen Schläuchen, von denen Leydig spricht, habe ich nichts gesehen. 
Die Körnchen, welche den Inhalt ausmachen, sind von rundlicher oder 
spindelförmiger Gestalt und haben einen Durchmesser, der zwischen 
0,0023 mm und 0,010 mm schwankt. In den einzelnen Drüsen wechselt 
die Grösse meist nicht sehr stark. Im Innern der Körnchen sieht 
man stets einige Nucleolen. Ausser diesen Körnchen findet man 
immer, aber in weit geringerer Anzahl, Körper, die sich von jenen 
auf den ersten Blick unterscheiden. Ihre Durchmesser sind 4 — 6 mal 
so gross wie die der Körnchen, die die Hauptmasse bilden. Das 
Centrum ist von einem dunklern Kern eingenommen, um den con- 
centrisch hellere Zellsubstanz lagert. 

In der Nähe der Drüsen liegen im Bindegewebe zwei stärkere 
Gefässe. 

Ich versuchte an frischem Material die Natur dieser beiderlei 
Formen vom Körnchen zu bestimmen. Zunächst untersuchte ich ein 
sehr altes Stück von Amblystoma tigrinum Green var. alba. Auf 
die Lageverhältnisse gehe ich unten im Speciellen näher ein. 

Die Drüsen wurden in physiologischer Kochsalzlösung zerzupft. 
Man erhielt im mikroskopischen Bilde wiederum neben unvermeidlichen 
Beigaben, wie rothen Blutkörperchen, in Molecularbeweguug befind- 
lichen Fettkügelchen und Muskelfetzen, den körnigen Inhalt der 
Drüse. 

Hier hoben sich sofort zwei Formen von Elementen deutlich von 
einander -ab, erstens, seltener an Zahl, runde, bis 0,0262 mm im 
Durchmesser messende Gebilde und zahlreiche rundliche oder unregel- 
mässige Körper, die nur 0,011 0,014 mm erreichten. Ueber die Natur 
der erstgenannten Bestandteile des Drüseninhalts bin ich zu keiner 



— 44 — 

Sicherheit gelangt. Sie bestehen aus einem ovalen oder mehr oder 
weniger länglichen Mittelkörper, um den sich eine hyaline, fast farb- 
lose, manchmal leicht bräunliche oder gelbliche Masse lagert, die 
keinerlei Structur erkennen lässt. Es sind dies die Gebilde, die auch 
Leydig erwähnt hat. Sie entsprechen der Beschreibung für Inhalts- 
körper der Thymus des Menschen, die Ecker und Kölliker als 
„concentrische Körper" der Thymus bezeichnen und die von Hassall 
und Virchow zuerst erwähnt wurden. 

Die kleinen Körner stellen sich genau so dar, wie die Körnchen 
der Glandula thyreoidea, die ich für Leucocyten halte. Sie haben 
einen Kern, der Nucleolen besitzt, und einen protoplasmatischen, 
manchmal etwas körnig erscheinenden Zelleib. Bei längerer Be- 
obachtung kann man, wenn auch nicht bei allen, so doch bei vielen 
dieser Zellen, eine amöboide Bewegung bemerken. Es werden Pseudo- 
podien ausgesandt, und man kann eine Ortsbewegung in vielen Fällen 
deutlich wahrnehmen. 

Eine JBufo vulgaris Laur. ergab ein in allen Dimensionen kleineres, 
aber auch sonst gleiches Bild der Thymus wie Amblystoma. 

Um diese frischen Präparate mit den fixirten und gefärbten in 
Uebereinstimmung zu bringen, unterzog ich sie wieder unter dem 
Mikroskop gleicher Behandlung. Sie wurden mit Boraxkarmin oder 
Methylviolett gefärbt und durch Alkohol steigender Concentration und 
Xylol in Canadabalsam überführt. So nahmen die Präparate das 
Ansehen der Schnitte an, Grösse und Form der Elemente der Körnchen- 
masse in der Thymus glichen sich in beiden Fällen. 

Nach meinen Beobachtungen glaube ich auch die Körnchen dieser 
Thymus als weisse Blutkörperchen ansehen zu dürfen. 

2. Specielles. 
Zur Untersuchung der Glandula thyreoidea und der Glandula 
Thymus benutzte ich in den meisten Fällen dasselbe Exemplar einer 
Art, so dass die Bezeichnungen der Grösse u. s. w. in beiden Fällen 
dieselben sind. Ich kann also auf den speciellen Theil der Glandula 
thyreoidea hier verweisen. 

I. Ecaudata. 

a) Phaneroglossa. 

Itana tigrina Daud. 

Unter dem Musculus depressor maxillae inferioris erscheint am 



- 45 — 

Musculus sternocleidomastoideus ein längliches, spindelförmiges Gebilde 
von 2,000 mm Durchmesser. Diese Drüse ist lappig, ihre Färbung 
weisslich. An der Drüse bemerkt man ein schwaches Gefäss und 
einen schwachen Nerven. 

Die Maasse der Drüsendurchschnitte waren 3,000 mm und 0,480 mm, 
bei einem zweiten Präparat von einem 9 cm langen $ 0,600 mm und 
2,000 mm. Erfüllt waren sie mit einer feinen Körnchenmasse, deren 
kleinere Elemente, die ich für Leucocyten halte, 0,0022—0,0055 mm 
hielten. Sie sind rund oder oval. Die seltener auftretenden grossen 
Körper sind rund und messen 0,012—0,0167 mm. Sie lassen einen 
dunklen Kern und einen etwas weniger gefärbten Zelleib erkennen. 

üana catesbiana Shaw. 

Als weissliches, flaches und lappiges Gebilde liegt die Glandula 
Thymus hier in der grossen Spalte zwischen Musculus depressor 
maxillae inferioris und Musculus sternocleidomastoideus in einer reich- 
lichen Menge von Bindegewebe. Sie misst im Durchmesser annähernd 
1,000 mm. 

Der mikroskopische Schnitt zeigt unser Organ eingelagert zwischen 
die Durchschnitte durch obige Muskeln in lockerm Bindegewebe. 

Die 0,900 mm und 0,505 mm messende Drüse ist unregelmässig 
oval. Die Körnchen der Inhaltsmasse halten 0,0035 mm und 0,0069 mm. 
Sie liegen locker in Zügen, die in ihrer Bichtung zum Centrum hin- 
neigen und etwas an die „Schläuche" Leydig's (S. 11) erinnern. Die 
Körnchen sind rundlich bis spindelförmig und weisen Nucleolen auf. 
Die grössern Inhaltskörper sind in Form 0,017 mm grosser Scheiben 
ebenfalls in geringer Anzahl vorhanden. 

Mana esculenta L. 

Die Glandula Thymus liegt bei diesem Thiere an derselben Stelle 
wie bei den vorigen, eingebettet in ein dichtes Bindegewebe. Der 
Durchmesser des ovalen Organs ist ungefähr 0,500 mm. 

Der Mikrotomschnitt zeigt die Drüsen von unregelmässiger Form, 
eingekeilt zwischen den Musculus depressor maxillae inferioris und 
Musculus sternocleidomastoideus. Der Hauptdurchmesser misst 0,540 mm. 
Eine lockere Körnchenmasse füllt das Innere. Körnchen von unge- 
fähr 0,004—0,010 mm Grösse machen den Hauptbestandtheil des In- 
halts aus. Ihre Form ist un regelmässig, rund bis spindelförmig. Im 
Innern führen sie mehrere Nucleolen. Ausser diesen kommen noch 
vereinzelt auch jene grössern Körper vor mit dunklem Kern und 



— 46 — 



hellerer Peripherie. Sie messen 0,0088—0,0132 mm. Ein feines, aber 
unregelmässig vertheiltes Bindegewebe durchsetzt die ganze Drüse. 

In der Umgebung der Drüse liegt Bindegewebe, in dem mehrere 
kleine Blutgefässdurchschnitte wahrnehmbar sind. 

Maria temporaria L. 

Der Musculus sternocleidomastoideus ist hier zum grössten Theil 
von dem Musculus depressor maxillae inferioris bedeckt. Nach querer 
Durchtrennung des letztern erscheint ungefähr in der Mitte des Ver- 
laufs des zuerst genannten Muskels die Glandula Thymus, dem obern 
Rande des Muskels lose aufliegend. Sie liegt, von einer bindegewebigen 
Masse umgeben, in der Nähe einiger feiner Gefässe. Ihre Form ist 
länglich, ihre Ausmessungen sind ungefähr 2,500 mm und 0,500 mm. 
Vorn ist die Drüse abgerundet, hinten schräge und etwas breiter als 
an der Vorderseite. Die Oberfläche scheint glatt zu sein. 

Mikroskopisch erweist sie sich im Schnitt länglich oval, von 
1,134 mm und 0,567 mm Hauptdurchmessern. Zahlreiches Bindegewebe 
umschliesst die ganze Drüse. Der Inhalt setzt sich aus vielen kleinen 
Körnchen der gewöhnlichen Form und einzelnen der seltener auf- 
tretenden Körper zusammen. Erstere 
sind im Durchmesser 0,0067 mm, letztere 
ungefähr 0,009 mm gross. Sie verhalten 
sich wie bei den vorigen Arten. Ver- 
einzelt zeigen sich feine Gefässdurch- 
schnitte. Dichtes Bindegewebe durch- 
zieht die ganze Drüse. 

Hana arvalis Nilss. 

Die Thymus liegt dem obern Rande 
des Musculus sternocleidomastoideus 
lose auf. Sie misst von oben nach unten 
ungefähr 1,000 mm, in der Breite nicht 
ganz 0,500 mm. Sie stellt ein blasses, 
weiches, pigmentloses Organ dar. Bei- 
derseits findet sie sich in gleicher Lage 
und Form. 

Der mikroskopische Schnitt (Fig. 8) 
geht durch den Musculus depressor 
maxillae inferioris und den Musculus sternocleidomastoideus, zwischen 
denen im lockern Bindegewebe die Thymus nebst einigen feinen Venen 



Fig. 8. 




- 47 - 

und Arterien getroffen ist. Die längliche, unregelmässige Drüse misst 
1,060 mm in der Längs-, 0,360 mm in der Queraxe. Die Körnchen- 
masse des Innern setzt sich aus denselben Elementen zusammen, wie 
gewöhnlich: aus runden, 0,0054—0,0085 mm im Durchmesser haltenden 
Körnern und minder zahlreichen, die 0,0067 — 0,0100-mm messen. Ein 
lockeres, stellenweise auch etwas compacteres Bindegewebe zieht durch 
das ganze Organ. 

Maria mascareniensis D. u. B. 

Die ungefähr 1,000 mm grosse Drüse liegt als lappiges, weissliches 
Gebilde an der oben bezeichneten Stelle im Bindegewebe. Makro- 
skopisch wies sie nichts Besonderes auf. 

Auch mikroskopisch zeigt hier die Glandula Thymus nichts Neues. 
Ihr Durchschnitt ist von unregelmässiger Form und misst 0,830 mm und 
0,370 mm. Eine sehr lockere Körnchenmasse bildet das Innere. Die 
kleinere Form der Körnchen ist rund und hält 0,0023 — 0,0035 mm. 
Die zweite Form tritt hier etwas zahlreicher auf, man findet in jedem 
Gesichtsfelde (Winkel, Oc. 1, Obj. 8) mehrere derselben. Sie schwanken 
im Durchmesser zwischen 0,0077 mm und 0,0132 mm. Das Binde- 
gewebe ist wieder reichlich entwickelt. 

Happia marmorata Rapp. 

Aehnlich wie bei allen vorhergehenden Formen tritt die Glandula 
Thymus auch hier auf. Sie liegt wieder als fast 1,000 grosses Organ 
an der typischen Stelle. 

Auch das Mikroskop zeigt ein entsprechendes Bild. Die Form 
desselben ist lang gestreckt, die Grösse 0,900 mm und 0,240 mm. 
Eine feine, lockere Körnchenmasse wird durch Bindegewebe in Inseln 
und Züge zerlegt. Die Körnchen sind wie die frühern gebaut, die 
Maasse der grössern seltenern Form schwanken zwischen 0,0132 mm 
und 0,0155 mm, die der kleinern zwischen 0,0023 mm und 0,0046 mm. 
Mittels bindegewebiger Massen ist die Drüse dem Durchschnitt des 
Musculus sternocleidomastoideus angelagert. 

JEngystoma ovale Schn. 

Die Drüse weist makroskopisch nichts Neues auf. Sie misst un- 
gefähr 0,500 mm und ist von ovaler Form. 

Das Präparat zeigt eine gedrungene Drüse von 0,600 mm und 
0,460 mm Durchmesser. Sie liegt in Bindegewebe eingebettet. Der 
Inhalt ist der gewöhnliche, er ist aber ungemein compact gebaut. 



- 48 - 

Einzelne Gefässdurchschnitte liegen im Innern. Ein dichtes, binde- 
gewebiges Maschenwerk durchzieht die Drüse vorwiegend in der 
Längsrichtung, so dass die Körnchen wie in Perlschnüren zu liegen 
scheinen. Die kleinen, runden Körnchen messen 0,0030 — 0,0046 mm, die 
grössern, ebenfalls runden oder auch ovalen, bis zu 0,0182 mm. 

Callula pulchra Gray. 

An gewöhnlicher Stelle dem Musculus sternocleidomastoideus an- 
gelagert trifft man die Thymus dieses Thieres als ovales, nicht 
ganz 1 mm messendes Gebilde. Die Drüse bietet makroskopisch ein 
ähnliches Bild, wie die besprochenen. 

Im Innern zeigt das Mikroskop eine lockere Körnchenmasse von 
kleinen, runden, 0,0027 — 0,0035 mm haltenden und nur sehr wenigen 
grössern, 0,0080 mm messenden Körnchen. Dieselben scheinen theil- 
weise lose im Drüsenraum zu liegen , denn von einem Bindegewebe 
ist nur sehr vereinzelt etwas zu sehen. 

Die Ausmessungen in der Länge des länglich ovalen Drüsen- 
schnittes betragen 0,950 mm bei 0,300 mm in der Breite. 

JPseuäis paradoxa L. 

Etwas tiefer zwischen die beiden, die Lage der Thymus bestim- 
menden, Muskel eingesenkt, liegt dieselbe bei Pseudis dem Musculus 
sternocleidomastoideus angelagert als weisses, lappiges Gebilde von 
etwas unregelmässiger, eiförmiger Gestalt und reichlich 1,000 mm 
Länge. Umgeben ist sie auch hier wieder von Bindegewebe. 

Das mikroskopische Präparat zeigt an der Drüse nichts wesent- 
lich Neues. Der Schnitt ist von unregelmässiger Form. Die körnige 
Inhaltsmasse besteht aus den zwei Formelementen, die sich auch sonst 
zusammensetzten. Die kleinen Körnchen sind sehr gering an Grösse, 
0,0022 mm im Durchmesser ; die grossen schwanken dagegen zwischen 
0,0088 mm und 0,0220 mm. Sie sind in bedeutend grösserer Anzahl 
vorhanden als sonst, in jedem Gesichtsfeld des Mikroskops hat man 
eine ganze Reihe von ihnen. Manche von ihnen haben um einen 
dunkel gefärbten Kern eine hellere Masse , die gelegentlich etwas 
körnig erscheint. Andere haben mehr von dem Färbemittel in sich 
aufgenommen. Ihr Kern ist dunkler und vornehmlich sie lassen eine 
concentrische Schichtung der Umgebung des Kerns erkennen, hier 
wechseln hellere Schichten mit schmälern dunklern ab. Eine Er- 
klärung der Natur dieser Gebilde habe ich aber auch hier nicht auf- 
finden können. 



— 49 — 

Paludicola ftiscomaculata Stdchr. 

Die weissliche Thymus liegt als ein sehr kleines Gebilde locker 
im Bindegewebe, an einem feinen Nervenfaden angeheftet, an dem 
hintern Rande des Musculus depressor maxillae inferioris. 

Das Innere ist angefüllt mit einer Körnchenmasse aus rundlichen, 
0,0026—0,0039 mm messenden kleinen Körnchen und sehr vereinzelten 
Körnern der grössern Form, die hier 0,0052 mm messen. Im Drüsen- 
schnitt finden sich einzelne Gefässdurchschnitte und sehr wenig Binde- 
gewebe, so dass die Inhaltskörper vielfach frei im Lumen der Drüse 
zu liegen scheinen. 

Leptodactylus caliginosus Giß. 

Unmittelbar hinter dem Tympanum , bedeckt vom Musculus de- 
pressor maxillae inferioris, findet man an gewohnter Stelle die Thymus 
dieses Frosches als winzig kleines weissliches Knötchen. 

Die linke Drüse ist wie die vorige gebaut. Die Masse der 
0,0022 mm messenden, also sehr kleinen Körnchen, ist stellenweise 
etwas gehäuft, so dass sie hier compacter aussieht. Die grössern sind 
ziemlich häufig und in ihrer Grösse sehr mannigfaltig, 0,0044 — 0,0165 mm 
messend. Bindegewebe ist wiederum wenig vorhanden. 

Die Form des Drüsenschnitts ist annähernd dreieckig, ihre Aus- 
messungen sind 0,650 mm und 0,570 mm. Im Drüseninnern traf der 
Schnitt einzelne Blutcapillaren. 

Cryptotis brevis Gthr. 

Der Musculus depressor maxillae inferioris bedeckt auch in diesem 
Falle die Thymus, ein weisses lappiges Organ, dessen ovale Form 
1,5 mm und 0,5 mm hält. 

Der Querschnitt durch das Organ ist rund. Die kleinen Körnchen 
— Durchmesser 0,0027 — 0,0040 mm — liegen locker, manchmal 
zu Haufen geballt, im Hohlraum der Drüse. Die grössere Form der 
Körnchen mit 0,0135 mm liegt verstreut zwischen der Inhaltsmasse. 
Bindegewebe ist auch hier wenig vorhanden. Die Hauptdurchmesser 
sind 0,400 mm und 0,450 mm. Die Drüse ist von Bindegewebe um- 
geben und liegt dem Durchschnitt des Musculus depressor maxillae 
inferioris angelagert. 

Bufo calamita Laur. 

Ich weise auf den schon auf S. 32 erwähnten Kopf eines ein- 
jährigen Exemplars dieser Kröte hin. 

4 



- 50 — 




In der Höhe der beiderseitigen Thymus misst der Durchschnitt 
durch den Kopf ungefähr 6,000 mm. In den Schnitten, die durch die 
Kopfpartie hinter dem Auge gelegt sind, erkennt man leicht die 

Drüsen an beiden Sei- 
ten (Fig. 9). Sie liegen 
unter den Parotiden, 
die freilich bei diesem 
jungen Thier, wie über- 
haupt bei Bufo cala- 
mita , schwach ent- 
wickelt sind. Die 
Schnitte stellen einen 
unregelmässigen, lap- 
pigen Körper dar, der. 
eng mit einer feinen 
Körnchenmasse gefüllt 
ist. Die Körnchen sind 
rundlich und von ziem- 
lich gleicher Grösse, 
0,0033—0,0044 mm. 
Von der grössern Sorte 
von Körnchen habe ich 
nur ein einzelnes Stück 
von 0,0067 mm Durch- 
messer gesehen. Bindegewebe ist fast gar nicht im Innern der Drüse 
vorhanden. 

Bei dieser Kröte, wie bei allen Bufonen, ist die Lage der Thymus 
in so fern etwas geändert, als sie aus der Spalte vom Musculus sterno- 
cleidomastoideus und Musculus depressor maxillae inferioris heraus- 
gerückt und oberflächlich im Bindegewebe unter den Parotiden ver- 
lagert ist. 

Bufo viridis Laur. 

Dorsal im Bindegewebe unter den grossen Parotiden liegt die 
Thymus als grosses, hellgelbes, lappiges Organ, in der Nähe einiger 
Gefässe. Sie erscheint nach Abpräpariren der Haut des Rückens. 

Der 1,152 mm und 0,600 mm messende Drüsenschnitt fällt durch 
die Menge eines im Bindegewebe liegenden braunen Pigments auf. 
Dieses tritt in kleinen Partien und auch in geballten Klumpen auf. 
Zwischen den 0,0041 mm messenden, rundlichen Drüsenkörnchen sieht 




- 51 — 

man einzelne Capillaren durchschnitten. Bindegewebe ist in geringem 
Maasse vertreten. Neben 
von Venen und Arterien. 



Maasse vertreten. Neben den Drüsenschnitten liegen mehrere Schnitte 



Bufo vulgaris Laur. 

Die Präparation geschieht im normaler Weise. Die Glandula 
parotis wird mit der Haut fortgenommen. Dann erscheint unter der 
vordem Hälfte dieser Hautdrüse ein starkes, blutgefässreiches Binde- 
gewebe. In ihm liegt die vielfach gelappte, gelbe Glandula Thymus. 
Von unten tritt die Arteria maxillaris communis zu derselben herauf. 
Sie giebt in das Bindegewebe zahlreiche Blutgefässe ab. 

Die Arteria maxillaris communis erscheint im Schnitt neben dem 
der Thymus, letzterer an Grösse fast gleich kommend. Ebenso er- 
scheinen im Bindegewebe, welches beide einhüllt, weitere Gefässdurch- 
schnitte. Die Drüse misst im Präparat 1,750 mm und 0,850 mm. Sie 
hat in Folge sehr enger Lagerung ihres Körncheninhalts ein compactes 
Aussehen. Die zahlreichen, rundlichen oder ovalen, 0,0022—0,0055 mm 
haltenden Körnchen führen zwischen sich wenig Bindegewebe. Die 
grössere Form von Körnchen — Durchmesser 0,0108 bis 0,0160 mm — 
ist nur sehr vereinzelt vertreten. Blutgefässe kommen in der Drüse 
auch nur in geringer Anzahl vor. 

Myla crepitans Wied. 

Am hintern Rande des Tympanums im Bindegewebe, welches an 
dem Musculus depressor maxillae inferioris vorn anliegt, findet sich 
die Glandula Thymus als 2,000 mm im Längsmesser, 1 mm in der 
Quere grosses, gelapptes Organ. Von Färbung ist sie weisslich, 
ähnlich wie das umgebende Bindegewebe. Gefässe liegen nicht in 
ihrer Nähe. 

Der Schnitt ergiebt ein 1,065 mm und 0,390 mm messendes Ge- 
bilde, welches in gewöhnlicher Weise erfüllt ist. Die Körnchen sind 
in der überwiegenden Mehrzahl rund, mit 0,0033 mm Durchmesser. 
Sie liegen locker im Bindegewebe und lassen eine Anordnung in Zügen, 
zwischen denen körnchenarme Partien sich hinziehen, wahrnehmen. Die 
grössere Form der Körnchen kommt mit 0,018—0,0189 mm weniger 
zahlreich ebenfalls vor. Sie zeichnet sich hier durch die klare Difteren- 
zirung zwischen Kern und Zelleib aus. Der Kern hat intensiv den 
Farbstoff aufgenommen, während der blassere Zelleib als ziemlich 
homogene Substanz den Kern concentrisch umgiebt. 

4* 



- 52 - 

JPelobates fuscus Laur. 

Die Thymus ist ein stecknadelkopfgrosses, weissliches Organ, 
welches in der Höhe der Mitte des Tympanums im Bindegewebe unter 
dem Vorderrande des Musculus depressor maxillae inferioris sich findet. 

Sie misst im mikroskopischen Präparat 1,050 mm und 0,360 mm. 
Die kleinen Körnchen sind im Durchmesser 0,0022—0,0044 mm gross, 
die seltnere Form 0,0088 mm. Bindegewebe findet sich in der Drüse 
etwas zahlreicher als gewöhnlich. Neben der Drüse liegt der Schnitt 
der Arteria maxillaris communis und einer kleinern Vene. 

Alytes obstetricans Laue. 

In der Lage schliesst sich hier die Thymus derjenigen von Pelo- 
bates an. Sie ist ein längliches Organ, welches in einem reich pig- 
mentirten Bindegewebe gelagert ist. 

Der Drüsenschnitt ist polygonal, 0,550 mm und 0,415 mm messend. 
Die Körnchenmasse ist locker, sie wird von wenig Bindegewebe durch- 
zogen. Die kleinen, runden oder ovalen Inhaltskörner sind 0,0033 — 
0,0066 mm im Durchmesser gross. Die grössere Form misst 0,0100 
— 0,0110 mm. Sie sind nur recht vereinzelt vertreten. Neben der 
Drüse sind einzelne kleine Gefässe getroffen. 

b) Aglossa. 

Xenopus muelleri Ptrs. 

Tief ins Bindegewebe eingesenkt liegt die Thymus auf dem Mus- 
culus sternocleidomastoideus unter dem Vorderrande des Musculus 
depressor maxillae inferioris. Sie stellt ein 0,500 mm messendes 
weisses Gebilde dar. In ihrer Nähe verläuft die Arteria maxillaris 
communis. 

Diese Arterie erscheint auch im Schnitt mit einigen andern 
wieder neben dem kaum grössern Schnitt durch die Thymus. Letztere 
ist 0,480 mm und 0,690 mm gross und von rundlicher Form. Die 
kleinen runden Körnchen liegen nebst einzelnen Capillaren in wenig 
Bindegewebe, welches die Drüse durchzieht. Sie messen im Durch- 
messer 0,0025 mm und sind ziemlich gleichmässig über die Drüse 
vertheilt. Die nur einzeln auftretenden braunen Körnchen der grössern 
Form halten bis zu 0,0108 mm im Hauptdurchmesser. 

Die Schnitte durch die Drüse und die Gefässe sind von reich- 
lichem Bindegewebe umgeben. 



53 



II. Caudata. 

Salamandra maculosa Laur. 

Beim Feuersalamander fand ich die Drüse an der von Leydig 
(siehe oben S. 12) angegebenen Stelle: „Sie liegt als ein im längsten 
Durchmesser 4'" grosses, weiches, lappiges Gebilde unmittelbar unter 
der Haut, am hintern Ende des Kopfes, unmittelbar unter den 
Parotiden. Es besteht aus grossen, von Blutgefässen umsponnenen 
Blasen, und diese sind angefüllt mit klaren zelligen und kernigen 
Elementen, welche 0,006"' grosse Kerne einschliessen. Jeder Kern 
enthält mehrere Nucleoli, oder der Kern ist einfach oder mehrfach 
eingeschnürt, und auf jedes Kernsegment kommt ein Nucleolus. Ein 
kleiner Lappen der Thymus, nach unten und hinten zu gelegen, ist 
stark schwarz pigmentirt, während die Hauptmasse fast vollständig 
pigmentfrei ist." 

Diese Ortsbestimmung Leydig's wurde durch meine Unter- 
suchungen bestätigt. Ich sah die Drüse stets unter dem hintern Ende 
der Glandula parotis in dunkel pigmentirtem Bindegewebe. Die Drüse 
selbst erscheint gleichförmig hell braun, von dem schwarz pigmentirten 
untern Lappen habe ich in keinem Falle etwas gesehen. Es ist aber 
sehr wohl denkbar, dass Leydig's Beobachtung ebenfalls richtig ist, 
da das Pigment individuell verschieden stark auftritt. Die lappige 
Drüse mass ich mit 3,000 mm und 4,000 mm. 

Der unregelmässig geformte Drüsenschnitt von 0,9875 mm und 
0,6850 mm Hauptdurchmessern ist gebaut wie die oben besprochenen 
Anurendrüsen. Die kleinen , rundlichen Körnchen weisen im Innern 
deutlich mehrere Nucleolen auf, ihr Durchmesser ist 0,0054—0,0070 mm. 
Sie liegen am Rande gehäufter als in der Mitte, sind im Uebrigen 
aber gleichmässig vertheilt. Die zweite Form liegt zerstreut in der 
Drüse. Sie lässt einen deutlichen, 0,008 mm grossen Kern erkennen 
und misst mit der klaren, homogenen Zellsubstanz bis 0,0216 mm. 
Eine Vene lässt sich in ihrem Eintritt in den Drüsenkörper deutlich 
verfolgen. 

Molge cristata Laur. 

Die Haut des Rückens wird in gewöhnlicher Weise abpräparirt. 
Dann findet man oberflächlich im Bindegewebe die flache, lappige, 
1,75 mm im Durchmesser messende Thymus. Durch das Bindegewebe 
ziehen dunkel pigmentirte Streifen. Neben der Drüse steigt ein starker 
Nerv auf. 



— 54 — 



Fig. 10. 



Die im Schnitt länglich ovale Drüse (Fig. 10) enthält ausser der 
gewöhnlichen kleinen Körnchenform mehr Bindegewebe als sonst, und 

dasselbe ist in Zügen vornehmlich an- 
geordnet, so dass dadurch eine, wenn 
auch unvollkommene, Eintheilung in ge- 
sonderte Partien zu Stande kommt. 
Diese Thymus des grossen Kamm- 
Molchs entspricht noch am besten der 
Beschreibung Leydig's (vergl. oben 
S. 12), wenn er sagt: die Drüse ist 
zusammengesetzt aus Blasen, die reich- 
lich von Blutgefässen umsponnen . er- 
scheinen, ohne Pigment sind und so 
dicht von einem zelligen Inhalt erfüllt 
sind, dass es noch näherer Untersuchung 
bedarf, ob die Blasen nach allen Seiten 
geschlossen sind, oder ob sie nicht in 
einen oder mehrere, aber dann auch 
abgeschlossene Centralräume des ganzen 
Drüsenkörpers münden. 

Die Züge von Bindegewebe schliessen 
nach meiner Ansicht keine allseitig ge- 
schlossenen Blasen ein, denn man trifft 
wiederholt auf Stellen, wo die schein- 
baren Blasen mit einander communiciren. Ebenso habe ich von einem 
oder mehreren Centralräumen nichts beobachtet. In meinen Präparaten 
bestehen die Züge von Bindegewebe aus lockern Fasern, die gelegent- 
lich aus einander weichen und auch Körnchen in sich einschliessen. 
Blutgefässe sind in meinen Präparaten an verschiedenen Stellen in 
und ausserhalb der Drüse getroffen. Pigment fehlt. 

Gegen die Blasen, die die Drüse zusammensetzen könnten, spricht 
auch der Umstand, dass ich dies Bild in solch ausgeprägter An- 
ordnung der Bindegewebszüge nur bei Molge cristata fand. 

Die Ausmessungen der Drüse betragen 2,064 mm und 0,650 mm ; 
die der runden Körnchen 0,0075—0,0095 mm; die der hier nur ganz 
einzeln vorhandenen grössern Inhaltselemente 0,0154 mm. Die kleinern 
Körnchen lassen meist besonders deutlich Nucleolen erkennen. Binde- 
gewebe umhüllt die ganze Drüse und befestigt es am Musculus sterno- 
cleidomastoideus. 




- 55 — 

Molge alpestris Laur. 

Die Thymus des Alpen-Molchs ist ebenso zu finden wie bei obiger 
Art. Sie liegt unmittelbar unter den wenig entwickelten Parotiden 
im Bindegewebe. 

Ueber dem Schnitt durch diese Hautdrüse trifft man unter dem 
Mikroskop den rundlich ovalen Schnitt der Thymus, der durch Binde- 
gewebe mit der Parotis verbunden ist. Er misst 0,870 mm und 
0,144 mm. Nur wenig Bindegewebe zieht sich zwischen den kleinen, 
0,0088 — 0,0100 mm grossen Inhaltselementen hin. Dieselben sind dicht 
und ziemlich gleichmässig durch die Drüse vertheilt. Die grosse, hier 
hell braune Form von Körnchen liegt vereinzelt, bis zu 0,0140 mm 
gross, zwischen den kleinern Körnchen. Blutgefässe sah ich im 
Schnitt nicht. 

Molge vulgaris Laur. 

Die Lage der Thymus ist hier gegen die vorigen Arten nicht 
verändert. Sie liegt in einem stellenweise schwarz pigmentirten Binde- 
gewebe. 

Das Epithel der Drüse zeigt im Schnitt, wie auch das umgebende 
Bindegewebe, schwarzes Pigment. In dem Drüsenhohlraum fehlt das 
Pigment dagegen. Der Schnitt ist rund, von 0,610 mm und 0,490 mm 
grössten Durchmessern. 

Die gleichmässig über die Drüse vertheilten runden Körnchen 
messen 0,0054—0,0081 mm. Die sehr selten auftretenden grössern 
Körper sind bis 0,0135 mm im Durchmesser. Wenig Bindegewebe 
zieht durch die Drüse. Blutgefässe sind in der Drüse nicht be- 
merkbar. 

Amblystoma tigrinum Green, Zool. Garten Hamburg. 
Länge des Thieres 9 (17,5) cm; Geschlecht ?. 

Hier liegt die Musculatur etwas anders als bei den voll ent- 
wickelten Urodelenformen. 

Nach Fortpräpariren der Rückenhaut sieht man lateral der Me- 
dianen die langen Rückenmuskeln, die eine segmentale Eintheilung 
zeigen. Nach aussen von diesen verlaufen die Musculi levatores arcuum 
branchiarum. Trennt man nun die Musculatur an dem lateralen 
Rande des starken Rückenmuskels aus einander, so sieht man in der 
Mitte von innen und hinten kommend den Ursprung der starken 
Kiemengefässe , die sich fingerförmig zu den einzelnen Kiemenbogen 



- 56 — 

hinziehen. Verfolgt man die Gefässe in ihrem Verlauf nach aussen, 
so trifft man an dem 3. Gefäss von vorn in der Höhe des hintern Randes 
des 2. Myocomma des Rückenmuskels eine 2 mm lange, 0,75 mm 
breite Thymus. Nach vorn an den andern Gefässen entdeckt man 
dann noch 2 weitere Drüsen. Sie kommen der ersten an Grösse un- 
gefähr gleich. Alle sind weissliche, weiche, lappige Gebilde. 

Eine Constanz im Auftreten der Thymus der Zahl nach habe ich 
bei Amblystoma tigrinum selber oder bei der weissen Varietät nicht 
finden können. Die Zahl der Drüsen wechselte nicht nur individuell, 
sondern ich fand auch Verschiedenheiten bei demselben Thier auf 
den beiden Seiten. 

Die Lage der Thymus bei meinen Thieren gleicht also derjenigen, 
die Leydig (vergl. oben S. 13) gab. Nur fehlt bei ihm die Angabe 
der Mehrzahl der Drüsen, die ich stets gefunden habe. 

lieber die mikroskopische Untersuchung von frischem Material 
berichtete ich schon oben S. 43. 

Die Mikrotom schnitte mussten in einer Längsrichtung des Körpers 
gelegt werden, damit man möglichst alle vorhandenen Drüsen neben 
einander traf. 

Die Präparate eines alten Axolotl boten folgendes Bild : Auf dem 
Schnitt sieht man 3 gleichförmig gebaute Drüsen. Sie liegen hinter 
einander im Bindegewebe ; neben ihnen sind kleinere Gefässe getroffen. 
Auf einzelnen kann man auch die grossen Kiemenarterien erkennen. 
Die Drüsen sind auf einem mittlem Schnitt in den Hauptmessern: 
0,690 mm und 0,423 mm, 1,080 mm und 0,730 mm, 0,720 mm und 
0,490 mm. Die sie erfüllende Körnchenmasse ist locker und führt 
wenig Bindegewebe, die Körnchen messen 0,0081 — 0,0102 mm und 
lassen deutlich Nucleolen erkennen. Die grössere Form ist in meinen 
Schnittpräparaten seltener als bei den frischen Zupfpräparaten, sie 
messen ungefähr 0,022 mm. Sie sind vielleicht auch durch die etwas 
überfärbten kleinern Inhaltselemente verdeckt. Neben den Körnchen 
trifft man in der Drüse auf kleine Gefässdurchschnitte. 

III. Apoda. 

Siphonops annulatus Mik., Paraguay. Dr. Bohls. Länge 
des Thieres 35 cm. 

Leydig's (vergl. oben S. 13) Angaben über die Glandula 
Thymus der Coecilia stimmen mit meinen Wahrnehmungen bei 
Siphonops annulatus überein bis auf den Unterschied, dass ich nur 



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- 57 - 

3 statt der von Leydig angegebenen 4 Drüsen makroskopisch sah. 
Nachher ergab sich unter dem Mikroskop auch die Vierzahl der Drüsen 
meines Exemplars. Die Drüse erscheint, wie Leydig ausführte, nach 
Wegnahme der äussern Haut im Nacken an derselben Stelle, wo sie 
bei allen eben beschriebenen Urodelen ruhte, hinter und über dem 
Unterkieferwinkel. Sie ist dann noch umhüllt von einer etwas pig- 
mentirten Bindegewebsschicht, die auch die zunächst gelegenen Muskel- 
gruppen überzieht. Die Drüse ist braungelblich, besteht aus vier hinter 
einander liegenden Knötchen und ist mit körniger Masse erfüllt, die in 
der Mitte jedes Follikels intensiv gelb gefärbt ist. 

In Folge der ziemlich weit fortgeschrittenen 
Maceration musste ich mein einziges Stück sehr 
schonen und von einer vollständigen Präparation 
absehen, um einen gänzlichen Zerfall zu verhüten. p 

Ich fand 3 gelbliche, hinter einander im Binde- 'Im 
gewebe unter der Haut des Nackens liegende 
Drüsen, die zusammen eine Länge von ungefähr 
4,000 mm hatten. 

Der Mikrotomschnitt (Fig. 1 1) gab die 4 Drüsen 
in einer bindegewebigen Umhüllung in der Längs- 
axe hinter einander liegend. Der ganze drüsige 
Complex mass 4,590 mm bei 0,324 mm Breite, 
die einzelnen Blasen: 1,190 mm und 0,198 mm; 
1,026 mm und 0,184 mm ; 1,089 mm und 0,288 mm; 
0,909 mm und 0,130 mm. Die Form der Blasen 
war länglich und ziemlich regelmässig. Die innere * 

Körnchenmasse bestand aus ungefähr 0,0033 mm 
grossen, rundlichen oder spindelförmigen Körnchen. 
Blutgefässe waren weder innerhalb noch in un- 
mittelbarer Umgebung der Drüsen getroffen. 

Ergebnisse 1 ). 

Die Glandula Thymus tritt bei Ecaudaten und 
Caudaten mit Ausnahme der larvalen Form des 
Amblystoma tigrinum stets in der Einzahl auf. 

Der Inhalt der Thymus ist ein oft sehr feines, bindegewebiges 



S-B 



V^ 



VVK"* 



1) Vgl. auch S. 40 ff. 



— 58 — 

Maschenwerk, durch das in manchen Fällen feine Capillaren ziehen. 
In den Maschen liegen Leucocyten und daneben in verschiedener Zahl 
Körper, die aus der Histologie der Säuger als HASSAL'sche Körperchen 
bekannt sind. 

Amblystoma tigrinum besitzt eine wechselnde Anzahl von Thymus; 
Siphonops , wie Leydig (6/8) angab , 4 hinter einander liegende 
Drüsen. 



4322-l-SB 

5-35 



- 59 — 



Lebenslauf. 



Ich, Heinrich Wilhelm Hermann Bolau, bin geboren am 
9. Oktober 1871 zu Hamburg als Sohn des Lehrers der Naturwissen- 
schaften am Realgymnasium des Johanneums Dr. Heinrich Bolau. 
Seit März 1875 ist mein Vater Director des Zoologischen Gartens zu 
Hamburg. Ich besuchte das Realgymnasium des Johanneums zu Ham- 
burg, welches ich Michaeli 1891 mit dem Zeugniss der Reife verliess. 
Ich wandte mich nach Jena, um Naturwissenschaften, besonders Zoo- 
logie, zu studiren. Von Ostern 1893 bis Ostern 1894 genügte ich 
meiner militärischen Dienstpflicht in der 9. Komp. Inf.- Reg. Prinz 
Moritz von Anhalt-Dessau (5. pomm.) No. 42 zu Greifswald, Im 
Sommersemester 1894 studirte ich in Berlin und ging darauf nach 
Göttingen, wo ich am 12. Juli 1898 die Doctorprüfung in Zoologie 
als Hauptfach, Botanik und Geographie als Nebenfächern bestand. 
Während meiner Studienzeit besuchte ich die Uebungen und Vor- 
lesungen folgender Herren Professoren und Docenten: Haeckel, 
Kükenthal, Biedermann, Fürbringer, Geh. Hofrath Gaedechens, 
Knorr, Pechuel-Lösche, Walther ; Ballowitz, Deecke ; Geh. Reg.- 
Rath F. E. Schulze, Geh. Reg.-Rath Moebius, Geh. Reg.-Rath Witt- 
mack, Dames, Heider, von Martens; Geh. Reg.-Rath Ehlers, Geh. 
Reg.-Rath W'agner, Peter, Berthold, Geh. Reg.-Rath Wolffhügel, 
Bürger, Rhumbler. 

Allen meinen verehrten Herren Lehrern gestatte ich mir an dieser 
Stelle meinen verbindlichsten Dank auszusprechen, in erster Linie 
Herrn Geh. Reg.-Rath Prof. Dr. E. Ehlers, der mir die Anregung 
zu dieser Arbeit gab und mich bei ihrer Ausführung in freundlichster 
Weise mit Rath und That unterstützt hat. 



Frommannsche Bachdruckerei (Hermana Fohle) in Jena.